Welche Geschichte steckt hinter diesem Bild?

Die Skulptur einer nackten Frau sorgte in Mainz Anfang der 1930er Jahre einerseits für Begeisterung, andererseits für Ärger. Was es mit dem Befreiungsdenkmal auf dem Schillerplatz auf sich hat.

Welche Geschichte steckt hinter diesem Bild?

Es war der 20. Juli 1930, als Reichspräsident Paul von Hindenburg in Mainz eintraf. Der Grund: die feierliche Einweihung des neuen Befreiungsdenkmals auf dem Schillerplatz ganz in der Nähe des Osteiner Hofes.

Mit dem Denkmal sollte des Abzuges der französischen Truppen aus Mainz gedacht werden. Diese hatten sich am 30. Juni 1930 aus der Stadt zurückgezogen. Frankreich hatte nach dem Ersten Weltkrieg 12.000 Mann in Mainz stationiert.

Der Abzug sorgte für Begeisterungsstürme in der Bevölkerung. „Der Mainzer Anzeiger interpretierte, dass das Denkmal das Erwachen aus einer schweren Zeit und den Blick in eine hoffentlich bessere Zukunft symbolisieren solle“, schreibt das Online-Portal regionalgeschichte.net.

Geschaffen hatte die Skulptur mit dem offiziellen Namen „Die Freiheit“ der Künstler Benno Elkan. Eine fast vier Meter hohe Frauenfigur mit freiem Oberkörper - das sorgte auch für Protest, vor allem seitens der katholischen Kirche. Im folgenden Jahr verlegte man sogar die Route der Fronleichnamsprozession, um nicht an dem Denkmal vorbeilaufen zu müssen.

Bis 1933 stand die Figur auf dem Schillerplatz, dann wurde sie Ende März von den Nationalsozialisten zerstört. Der Grund: Künstler Elkan war jüdischen Glaubens. Kurz darauf musste er aus Deutschland fliehen.

Seit 1967 steht an selber Stelle der Fastnachtsbrunnen. (rk)

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