Die Geschichte des Gautors

Wer vom Schillerplatz die Gaugasse hochgeht, steuert direkt darauf zu: das Gautor. Doch der barocke Torbogen hat nicht immer an dieser Stelle gestanden.

Die Geschichte des Gautors

Es ist das Tor zum „Gau“, also zum Umland, zur „Landschaft“. Wer den Anstieg über die Gaugasse in die Oberstadt auf sich nimmt oder hinunter zum Schillerplatz geht, steuert auf das markante Bauwerk zu. Das war aber nicht immer so - denn zeitweise stand das Gautor auch mal an anderer Stelle.

Das Gautor wurde im Jahr 1670 als Teil der Festungsanlage errichtet. Vorläufer dafür war im 13. Jahrhundert die Gaupforte, neben dem Münstertor ein wichtiger Zugang zur Stadt. Kurfürst Johann Philipp von Schönborn wollte die Anlage im 17. Jahrhundert erweitern, indem er sie zu einem Festungsring ausbauen ließ. Eine zentrale Funktion hatte dabei auch das Gautor.

Im 19. Jahrhundert änderte sich die Meinung zu dem Bauwerk: Zusammen mit dem Wall galt es nur noch als Verkehrshindernis. Daher wurde die Anlage 1896 niedergelegt. Auch der Graben wurde zugeschüttet. Das Gautor allerdings konnte erhalten werden - auch aufgrund massiver Proteste der Mainzer. An seinem ursprünglichen Standort konnte es aber nicht stehen bleiben.

Zunächst wurde es laut Stadtverwaltung im Hof des heutigen Frauenlob-Gymnasiums errichtet. Ab 1962 wurde es Teil der Grünanlage am Fichteplatz.

Erst im Jahr 1998, also vor über 20 Jahren, kehrte das Gautor in die Nähe seines ursprünglichen Platzes zurück. Es stand früher direkt am Eingang zur Gaugasse, nun wurde es etwas versetzt platziert. Dank Spenden des Unternehmens Schott und von Mainzer Bürgern konnte das Bauwerk restauriert und umgesetzt werden.

Die Steine wurden zeitweise an der Uniklinik zwischengelagert.

Vom Fichteplatz wurde das Gautor über die Straße hinweg an seinen neuen Bestimmungsort umgesetzt.

An der Gaugasse wurde das Tor schließlich wieder aufgebaut - wo es nun seit mehr als 20 Jahren steht.

Seit 2002 ist außerdem die Skulptur des heiligen Martin mit zwei Bettlern auf dem Giebel des Tores zu sehen - allerdings nur als Kopie. Das Original, das ursprünglich dort angebracht war, steht im Landesmuseum Mainz. Unter der Skulpturengruppe war zudem das Wappen der Mainzer Kurfürsten, das „Mainzer Rad“, zu sehen. Diese Stelle ist heute aber leer. (ms)

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