Es war ein Feldherr, auf den die Gründung des heutigen Mainz zurückgeht: Nero Claudius Drusus, der Stiefsohn von Kaisers Augustus. Denn als er sich mit seiner römischen Legion vor mehr als 2000 Jahren am Rhein bei Mainz niederließ, sollten von diesem Grenzposten aus vor allem die Römer vor den Germanen geschützt werden.
Nero errichtete das Lager („castra“), das von nun an „Mogontiacum“ hieß, gegenüber der Mainmündung auf einem Hochplateau. Heute befinden sich hier die Universitätsmedizin und der Kästrich – in seinem Namen ist noch der ursprünglich Nutzen zu erkennen. Zwei Legionen lebten hier auf etwa 36 Hektar.
Benannt nach dem Sonnengott Mogon
Unterhalb dieser Festung entwickelte sich eine Zivilstadt. Hier ließen sich die keltischen Ureinwohner Rheinhessens nieder, unter anderem mit Händlern und Handwerkern. Auch der Name „Mogontiacum“ hat keltischen Ursprung. Er leitet sich ab von der keltischen Gottheit Mogon und dem Begriff „iacum“ für „Land“. Damit bedeutet er so viel wie „Land des Mogon“. Gott Mogon war Heil- und Sonnengott. „Mogons“ bedeutete aber auch „der Mächtige“ oder „der Große“.
Eine Theorie besagt, dass auch das Mainzer Rad, das sich bis heute im Wappen der Stadt befindet, auf das goldene Rad des Mogons zurückgehen könnte.
Mainzer Name änderte sich mehrmals
Fast 500 Jahre lang gehörte Mogontiacum zum Römischen Reich. Die Stadt wuchs und wurde wohlhabend, auch aufgrund des Handels über den Rhein. Ab dem 6. Jahrhundert wandelte sich der Name, er wurde zunächst zu „Moguntia“ oder auch „Magantia“ abgeschliffen. Im 8. Jahrhundert wurde daraus „Magontia“, drei Jahrhunderte wurde wieder „Moguntiacum“ beziehungsweise „Moguntie“ geläufig. Ab 1315 tauchte in deutschsprachigen Quellen dann erstmals „Meynce“ auf, 50 Jahre später auch „Mayntz“.
Seit dem Hochmittelalter galt auch die hebräische und jiddische Bezeichnung „Magenza“. Der heutige verkürzte Name „Mainz“ ist seit dem 16. Jahrhundert fest etabliert.
Im Französischen ist das „Y“ noch erhalten geblieben. Hier heißt die Stadt „Mayence“. Im Italienischen spricht man von „Magonza“ und im Dialekt von „Meenz“ oder „Määnz“.