Als die Hauptbahnhofshalle abgerissen wurde

Wer in den 90er Jahren am Mainzer Hauptbahnhof auf einen Zug wartete, tat dies wie heute schon in der Bahnhofshalle. Die sah vor mehr als zwanzig Jahren allerdings etwas anders aus.

Als die Hauptbahnhofshalle abgerissen wurde

Glas und Stahl bestimmen die Architektur der Bahnhofshalle am Mainzer Hauptbahnhof. Während man hier auf seinen Zug wartet, kann man sich die Zeit vertreiben, etwas essen, Mitbringsel oder etwas zum Lesen kaufen. Vor mehr als zwanzig Jahren sah es hier aber noch anders aus.

Eine Einkaufsplattform wie heute gab es damals zum Beispiel noch nicht. Die Bahnhofshalle fungierte eher als Überdachung, gefertigt aus schwerem, grauem Stahl. Markant und auch von außen gut sichtbar: das Kupferberg-Fenster mit dem großen Schriftzug. Auch das Fenster von Blendax-Zahnpasta war vielen Mainzern ein Begriff.

1998 mussten sich die Mainzer allerdings von der alte Bahnhofshalle, die in den Nachkriegsjahren errichtet worden war, verabschieden. Sie musste der neuen Konstruktion aus Glas und Stahl weichen, die auch heute noch das Bild bestimmt. Die Abrissarbeiten begannen im Herbst - bei laufendem Betrieb. Bis Dezember 1998 war von der alten Halle nichts mehr übrig.

Wie die Allgemeine Zeitung Mainz (AZ) in ihrer Ausgabe vom 9. September 1998 berichtete, waren für das neue Gebäude zwei Jahre Bauzeit veranschlagt. Rund 100 Millionen Mark kostete der Neubau, der vom Hamburger Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner geplant worden war. Dieses war später auch am Bau des Hauptbahnhofs Berlin und der Erweiterung des Frankfurter Flughafens beteiligt.

Bis Mitte Januar 1999 entstand so die neue 80 mal 80 Meter große Plattform über den Gleisen. Neue Zugänge wurden geschaffen, eine zweite Ebene mit Rolltreppen und Aufzügen eingezogen. 5900 Quadratmeter standen insgesamt für Reisezentrum, Einzelhandel, Dienstleister und Toiletten zur Verfügung. Ebenfalls geplant: eine Buchhandlung und ein Eiscafé. Auch außen tat sich einiges, wie die AZ berichtete. Bis Ende 2000 wurde der Vorplatz saniert. Durch den östlichen Ausgang kam man zu Bussen, Bahnen und Taxis. Westlich des Bahnhofs entstanden die heute bekannten Auto- und Fahrradparkplätze. (mo)

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