Das Theaterfestival „Grenzenlos Kultur“ kommt vom 24. September bis zum 4. Oktober für seine 28. Ausgabe an das Staatstheater Mainz. Wie das Theater mitteilt, wirft das Festival unter dem Titel „Ver·rückte Jahre“ einen besonderen Blick auf das diesjährige Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz „Die Goldenen Zwanziger“.
Das Programm thematisiert die Umbrüche dieser Epoche sowie die Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderung damals und heute. „Grenzenlos Kultur“ ist laut Veranstalter das älteste Festival im deutschsprachigen Raum, bei dem behinderte und nicht-behinderte Künstlerinnen und Künstler gleichberechtigt zusammenarbeiten.
Insgesamt 18 nationale und internationale Aufführungen stehen auf dem Spielplan. Darin setzen sich die Kunstschaffenden mit gesellschaftlichen Zuschreibungen auseinander und experimentieren mit neuen dramatischen und ästhetischen Ausdrucksformen.
Internationales Programm mit kritischem Blick
Die Eröffnungsproduktion „It’s a Motherfu**ing Pleasure“ aus Großbritannien hinterfragt auf humorvolle Weise den Versuch, aus Behinderung Kapital zu schlagen. Aus Spanien reist die Compañía Vero Cendoya an und setzt sich in der Tanzperformance „Una brillant imperfecció“ mit dem Phänomen auseinander, dass behinderte Menschen oft als reine Inspirationsquelle für ihr Umfeld dienen.
Weitere Stücke zeigen, wie sich Leichte Sprache oder Deutsche Gebärdensprache innovativ mit neuer Dramatik verbinden lassen. Dazu gehören die Produktionen „Leichter Gesang“ vom Deutschen Theater Berlin und dem RambaZamba Theater sowie „Altbau in zentraler Lage“ des Schauspiel Leipzig.
Von Straßentheater bis zur Party
Das Festival, das von den neuen Leiterinnen Christina und Elisabeth Schelhas kuratiert wird, bietet aber noch mehr als klassisches Bühnentheater. Auf dem Gutenberg- und Tritonplatz wird es Straßentheater geben, außerdem stehen Lesungen, eine Filmvorführung und eine Familienlesung für Kinder auf dem Programm. Am 3. Oktober lädt das Festival zudem zur Party „Rouge your knees“ in die Kakadu Bar ein, beginnend mit einem Swing-Tanzkurs.
Alle Spielstätten sind barrierefrei zugänglich. Für viele Aufführungen werden zudem Audiodeskription, Übertitel oder eine Verdolmetschung in Deutsche Gebärdensprache angeboten. Karten sind an der Theaterkasse sowie online erhältlich.