Sicherungsverfahren gegen Frankfurter ICE-Schubser beantragt

Achtjährigen vor ICE geschubst und getötet

Sicherungsverfahren gegen Frankfurter ICE-Schubser beantragt

Gegen den 40-Jährigen, der im Juli im Frankfurter Hauptbahnhof ein Kind vor einen anfahrenden ICE geschubst und getötet hat, beantragt die Frankfurter Staatsanwaltschaft jetzt ein Sicherungsverfahren. Das gab die Behörde am Montag bekannt.

Angesichts des diagnostizierten Krankheitsbildes besteht aus Sicht des Sachverständigen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Beschuldigte in Zukunft weitere Gewaltdelikte begehen wird. Zum Schutz der Allgemeinheit sei seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus erforderlich.

Der eritreische Staatsbürger ist dringend tatverdächtig, am Vormittag des 29. Juli 2019 am Frankfurter Hauptbahnhof einen achtjährigen Jungen getötet und zwei Frauen verletzt zu haben (wir berichteten). Der Beschuldigte soll am Bahngleis eine 40-jährige Frau und dann ihren acht Jahre alten Sohn vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben. Während es der Mutter gelang, sich nach dem Sturz rechtzeitig zur Seite zu rollen, wurde der Junge von dem Zug erfasst und tödlich verletzt. Im Anschluss daran soll der Beschuldigte einer weiteren am Gleis stehenden Frau (78) einen kräftigen Stoß in den Rücken versetzt haben. Sie wurde dabei verletzt.

Nach der Tat flüchtete der Beschuldigte über die Gleise, konnte aber wenig später in der Nähe des Hauptbahnhofs festgenommen werden. Er befand sich danach etwa einen Monat lang in Untersuchungshaft, bevor er wegen offenkundig gewordener psychischer Probleme und Zweifel an seiner Schuldfähigkeit vorläufig in einer Klinik für forensische Psychiatrie untergebracht wurde.

Den Ermittlungen zufolge befand er sich während der Tat weder unter dem Einfluss von Alkohol noch von Arznei- oder Betäubungsmitteln. Fachärztlichen Untersuchungen zufolge soll bei dem Beschuldigten zur Tatzeit jedoch eine schizophrene Psychose in akuter Form vorgelegen haben, die sich in einem paranoiden Verfolgungswahn und Fremdsteuerungserleben ausdrückte. Deswegen soll seine Steuerungsfähigkeit aufgehoben und er bei Tatbegehung schuldunfähig gewesen sein. (nl)

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