Neue Flüchtlingsunterkunft eröffnet kommende Woche in Mainz

Ab kommender Woche werden in der Laubenheimer Riedhalle ukrainische Flüchtlinge unterkommen. Dafür hat die Stadt Messebauten gekauft, die für mehr Privatsphäre sorgen sollen.

Neue Flüchtlingsunterkunft eröffnet kommende Woche in Mainz

2000 ukrainische Flüchtlinge befinden sich derzeit in Mainz. Jede Woche kommen 15 bis 20 dazu. Für eine mittelgroße Stadt wie Mainz, die hohen Druck auf den Wohnungsmarkt hat, sei die Unterbringung eine große Herausforderung, so Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch (SPD). Gemeinsam mit Vertretern der Freiwilligen Feuerwehr, der Malteser und der Stadt stellten Lensch und Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) heute die neue Flüchtlingsunterkunft in Laubenheim vor.

OB Ebling setzt auf Solidarität

Seit Ausbruch des Ukraine-Krieges im Februar kommen die flüchtenden Menschen auch nach Mainz. „Dieser Krieg führt uns aus einer Komfortzone heraus. Er ist real und ein Angriff auf unsere Werte“, sagt OB Ebling. Von Beginn an sei es das Ziel der Stadt Mainz gewesen, geflüchteten Menschen eine Unterkunft zu bieten. So wurde beispielsweise eine Turnhalle in Drais umgebaut und eine Containerlage im Heiligkreuzviertel errichtet, um geflüchtete Menschen aufnehmen zu können. Einige von ihnen kamen auch bei Privatpersonen unter.

Da ein baldiges Ende des Krieges nicht in Sicht sei, stelle die Stadt sich breiter auf, um ihrem Auftrag gerecht zu werden, erklärt Ebling. Für den Stadtteil bedeute die Belegung der Sporthalle: Einschränkungen im Sport und Vereinsleben. Herausforderung, denen mit Zusammenhalt entgegnet werden müsse, sagt Ebling.

Herausforderung für Vereine

Die Unterbringungen der Geflüchteten in der Turnhalle wurde mit Bürgern und Vereinen besprochen und im Ortsbeirat diskutiert. „In Laubenheim gibt es eine starke Solidarität“, erklärt Ortsvorsteher Gerhard Strotkötter (SPD). Allerdings schränke die Belegung der Halle das soziale Leben im Stadtteil ein. Gerade die örtlichen Sport- und Fastnachtsvereine, die sich von den pandemiebedingten Einschränkungen noch nicht erholt hätten, seien stark betroffen, erzählt Strotkötter. Der Ortsbeirat Laubenheim erhofft sich daher Unterstützung von der Stadt.

Durch den eingeschränkten Betrieb könnten Vereine Mitglieder verlieren und deren Bestand gefährden. Um das zu verhindern, stelle die Stadt zwei Millionen Euro zur Verfügung, erklärt Ebling. Hiermit sollen zwei mobile Hallen errichtet werden, die den Vereinsbetrieb aufrechterhalten.

Privatsphäre ermöglichen

In der Sporthalle am Ried können bis zu 168 Menschen unterkommen, wie Sozialdezernent Lensch sagt. Das besondere bei dieser Unterkunft: Die Stadt hat hierfür Messeelemente gekauft, die Trennwände und Türen sollen für mehr Privatsphäre sorgen. Nach der Nutzung gehen die Bauten an den Katastrophenschutz über. Wie ein Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr erklärt, können sie hier nachhaltig auf verschiedenste Art und Weise verwendet werden.

Wie lange die Turnhalle belegt wird, ließe sich noch nicht sagen, so Lensch. Für die ankommenden Menschen soll die Halle allerdings nur eine kurzfristige Unterkunft sein. Die Flüchtlinge werden von den Maltesern betreut. Einmal pro Woche begeht der Brandschutz die Halle und überprüft die Sicherheit.

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