Aus für Outdoor Pop-up-Yoga im Volkspark?

Zunächst bekam Lisa Kauff von „Monkey Yoga“ die Genehmigung für eine Sportveranstaltung im Volkspark - doch dann wurde sie ihr wieder entzogen. Andere Kurse wiederum dürfen stattfinden. Was dahinter steckt.

Aus für Outdoor Pop-up-Yoga im Volkspark?

Yoga unter freiem Himmel - das bietet Lisa Kauff von „Monkey Yoga“ seit etwa vier Jahren an. Ihr Outdoor Pop-up-Yoga ist für jeden Geldbeutel geeignet, denn jeder Teilnehmer kann einen freiwilligen Betrag zahlen. In diesem Jahr sollte es im Mainzer Volkspark wieder soweit sein. „Ich habe zunächst die Genehmigung der Stadt für eine Yoga-Veranstaltung im Volkspark am 23. Mai bekommen“, erzählt Kauff.

Doch wenige Tage später änderten sich die Pläne. „Mir wurde die Zustimmung wieder entzogen. Es hätten sich wohl empörte Kursanbieter bei der Stadt gemeldet, die keine Genehmigung bekommen haben, und dabei auf meine Genehmigung verwiesen. Deshalb habe man das Ganze neu bewertet und sei zu dem Schluss gekommen, dass mein Event doch kommerziell ist – und das ist nicht erlaubt.“ Die Yoga-Trainerin ist enttäuscht wegen dieser Entscheidung. „Ich finde es auch sehr schade für die Stadt Mainz, weil damit auch Lebensqualität verloren geht. Es betrifft ja nicht nur mich, sondern auch viele andere Anbieter und Gruppen.“

Wichtige Naherholungsfunktion

Die Stadt Mainz bestätigt auf Anfrage von Merkurist die Vorgänge. So habe eine Anfrage vorgelegen, im Volkspark kostenlos und für jedermann zugänglich Yoga-Kurse anzubieten. „Da dies der Grünanlagensatzung nicht widerspricht, wurde diese Veranstaltung für den Volkspark zunächst genehmigt“, sagt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr. Nachträglich habe sich allerdings herausgestellt, dass die Kurse nicht, wie behauptet, kostenlos seien. „Die Teilnahme erfolge auf ‘offener Beitragsbasis’, ist damit aber kommerziell und deshalb nicht mit der städtischen Grünanlagensatzung vereinbar. Die Genehmigung wurde von uns daher widerrufen.“

Grundsätzlich dürfen, so Peterhanwahr, kostenlose oder gemeinnützige beziehungsweise für jedermann zugängliche Veranstaltungen des Breitensports in öffentlichen Grünanlagen stattfinden. Ausgenommen sei der Stadtpark, der eine strikte Ruhezone darstelle. Nicht genehmigt werden allerdings kommerzielle Angebote, da diese laut Grünanlagensatzung nicht mit dem Zweck der Erholung und Entspannung der Einwohner vereinbar seien. „Gerade in Zeiten der momentanen Pandemie kommt den Parks und Grünanlagen eine umso wichtigere Naherholungsfunktion zu, da die Menschen in unserer Stadt nach Zerstreuung, Erholung und Entspannung suchen. Die Grünanlagen sollen allen zur Verfügung stehen, nicht einigen Anbietern, die dort ein Geschäft machen oder Einnahmen generieren möchten, die in den sonstigen Angebotsstätten derzeit nicht möglich sind.“

Aus für viele Sportkurse?

Das bedeutet allerdings auch: In Zukunft dürfen kommerzielle Kurse wie der von Kauff oder anderen Trainern in den Grünanlagen nicht stattfinden. „Die Satzung gilt auch unabhängig von der Pandemie“, sagt Peterhanwahr. Wer sich nicht daran halte, müsse mit Strafen rechnen, das Ordnungsamt kontrolliere die Parkanlagen. Doch beim Verbieten der Kurse sei die Stadt nicht konsequent, sagt Kauff. Andere Kurse dürften ja noch stattfinden. Sie kann die Stadt aber auch etwas verstehen. „Der Ansturm ist gerade sehr groß und sie müssen dem Ganzen Herr werden. Deswegen gehen sie aktiv dagegen vor. Man hat mir auch gesagt, dass man noch einmal darüber berät und das prüft. Aber ich glaube nicht, dass ich in diesem Jahr in Mainzer Parks Outdoor Pop-up-Yoga anbieten kann.“

Ihr Kurs hat Ende Mai dennoch stattgefunden - allerdings auf der anderen Rheinseite. „Ich habe eine ganze Flut von Mails von Teilnehmern bekommen, die traurig sind, oder mir mir Mut zugesprochen haben. Einige haben auch selbst nach Lösungen gesucht. Eine habe ich dann gefunden: Ich biete meine Veranstaltung am Kasteler Rheinufer an, denn in Wiesbaden sieht die Lage ganz anders aus. Hier ist es nicht verboten.“ (mo)

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