So urteilt der „Doppelpass“ über Mainz 05

Nach dem Spieler-Streik und der 1:4-Niederlage am Samstag beschäftigt sich auch die Fußball-Talksendung „Doppelpass“ mit dem Chaos beim FSV Mainz 05. Mit dabei: Ex-05er Guido Schäfer.

So urteilt der „Doppelpass“ über Mainz 05

Wie geht es beim FSV Mainz 05 weiter? Erst die Suspendierung von Adam Szalai, dann der Spieler-Streik am Mittwoch und schließlich die 1:4-Niederlage gegen Aufsteiger Stuttgart am Samstag — bei den 05ern liegt einiges im Argen. „Die Woche war nicht normal für Mainz 05“, stellte Sportvorstand Rouven Schröder gegenüber dem Sender „Sky“ fest.

Die turbulente Woche war auch Thema in der Sport1-Talksendung „Doppelpass“. Zu Gast waren unter anderem Ex-05er Guido Schäfer, die freie Journalistin und Autorin Mara Pfeiffer aus Mainz und Trainer-Legende Peter Neururer. Und das Verhalten von Verein und Spielern sorgte in der Runde für Diskussionen. „Momentan ist es schwierig einzuordnen. Beide Seiten stellen ihre Positionen nachvollziehbar dar“, meinte Mara Pfeiffer. Doch: Die Situation sei sehr undurchsichtig. „Gerade in der Kommunikation ist da einiges schief gelaufen und auch durcheinandergeraten.“

Damit spielte Pfeiffer auch auf die Situation rund um das Thema Gehaltsverzicht an. Mainz 05 hatte sich wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie dazu entschieden, das Gehalt der Spieler um 15 Prozent zu kürzen. Dieses Geld sollten die Spieler am Ende des Jahres eigentlich zurückbekommen. Nun hieß es: Das Geld wird nicht zurückgezahlt.

Auch Ex-05er Guido Schäfer vermutete, dass nicht sportliche Gründe hinter der Suspendierung Szalais, sondern der Gehaltsverzicht stecke. „Szalai ist sportlich nicht mehr wichtig, das ist klar. Aber er war einer der Rädelsführer bei dem Gehaltsverzicht. Der Verein hat das alles ganz schlecht gelöst — so schlecht standen wir noch nie da.“ Auch Stefan Effenberg meinte: „Wenn das stimmt, hat sich Rouven Schröder ein Riesen-Eigentor geschossen.“ Peter Neururer zeigte sich fassungslos: „Da frage ich mich: Wollen die mich verarschen? Ich habe Rouven Schröder noch nie so unsicher gesehen wie in der Pressekonferenz. Ich kann mir nicht vorstellen, dass nur sportliche Gründe dahinterstecken.“

Was wird aus Achim Beierlorzer?

Die Leistung der Mannschaft im Spiel gegen Stuttgart bewertet die Runde als sehr schwach. „Man hatte das Gefühl, die Mannschaft spielt gegen den Trainer“, meinte „Bild“-Journalist Michael Makus. „Der eigentliche Streik war nicht der Mittwoch, sondern fast schon das Spiel. Der Kopf war schwer, die Beine waren schwer. Das hat beim Zusehen weh getan“, sagte Guido Schäfer. Und Mara Pfeiffer ergänzte: „Die sind gar nicht mehr gelaufen, das ist alles auseinandergefallen.“

Beide können sich nicht vorstellen, dass Trainer Achim Beierlorzer am Freitag, 2. Oktober, gegen Union Berlin an der Seitenlinie steht. „Er ist ein guter Typ und ich kann mir vorstellen, dass die Entscheidung nicht leicht fällt. Konsequenterweise hätte man diese Entscheidung aber schon nach der letzten Saison treffen müssen“, erklärte Pfeiffer. „Die Stimmung, die im Kader nicht stimmt, die stimmt insgesamt nicht“, resümierte Schäfer. „Da muss jetzt etwas passieren.“ (ts)

Die gesamte Sendung könnt Ihr hier sehen:

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