„Helau-Spur“: Bekommen Fastnachter Sondergenehmigung für Heuss-Brücke?

Die Sanierungsarbeiten an der Theodor-Heuss-Brücke könnten im Januar nicht nur im Berufsverkehr zum Problem werden. Auch Fastnachtsveranstaltungen droht ein Chaos. Denn Redner könnten nicht mehr einfach zwischen ihren Auftritten hin- und herpendeln.

„Helau-Spur“: Bekommen Fastnachter Sondergenehmigung für Heuss-Brücke?

Wegen Wartungsarbeiten dürfen im Januar für einen Monat lang keine Autos mehr über die Theodor-Heuss-Brücke fahren (wir berichteten). Gerade in dieser Zeit beginnt aber die Hochphase der Mainzer Saal-Fastnacht. Die Fastnachter, die mehrere Auftritte pro Abend haben und dabei zwischen Mainz und AKK beziehungsweise Wiesbaden von Sitzung zu Sitzung pendeln, drohen jetzt im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst zu werden. Denn für die Fahrt über den Rhein müssten sie jetzt auf die Schiersteiner oder die Weisenauer Brücke ausweichen. Dies würde aber einen erheblichen Umweg und Zeitverlust bedeuten. Die oft eng getakteten Auftritte könnten so nur schwer absolviert werden. Doch es gibt Hoffnung für die Fastnachter.

„Helau-Spur“ die Rettung?

Bei der gemeinsamen Städteausschuss-Sitzung von Mainz und Wiesbaden am Dienstagabend brachte der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) eine „Helau-Spur“ für die Fastnachtsvereine ins Gespräch. Gemeint sind damit Sondergenehmigungen, mit denen die Fastnachter über die Brücke fahren dürften. Der AKK-Stadtrat Rainer Schuster (SPD) wies zuvor darauf hin, dass die Fastnachtsredner, die auf beiden Seiten des Rheins auftreten, sonst enorme Umwege fahren müssten. „Aus 30 Minuten können dann schnell eineinhalb Stunden werden“, so Schuster.

Auch der Wiesbadener Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) könnte sich vorstellen, Sondergenehmigungen für Fastnachter auszustellen. Man müsse nur beraten, wie man dies konkret in die Praxis umsetzt, so Kowol. Denn möglicherweise könnten die Reparaturen an der Heuss-Brücke auch länger als die bisher angesetzten vier Wochen dauern. Auf Nachfrage, ob die geplanten Arbeiten nicht auch schneller durchgeführt werden könnten, sagte Kowol: „Eine Verkürzung sehe ich nicht, wir sind eher froh, wenn es nicht länger dauert.“

Was Fastnachter zur „Helau-Spur“ sagen

Die Fastnachtsvereine in AKK finden jedenfalls die Idee, Sondergenehmigungen für Fastnachter auszustellen, gut. So teilt der Kostheimer Carneval Verein (KCV) auf Anfrage von Merkurist mit, dass der Verein eine positive Entscheidung zur „Helau-Spur“ begrüßen würde. Wie KCV-Programm-Regisseur Mathias Rosskopp sagt, würde ein reibungsloser Ablauf der Sitzungen sonst eher problematisch. „Für uns als Regie kann es in Abhängigkeit mit all den anderen Sitzungen im Umkreis zu einer Kettenreaktion von Verspätungen, Ausfällen und Löchern im Programmablauf führen.“

Ähnlich bewertet man beim Karneval-Club Kastel (KCK) die Situation. „Wir würden eine ‘Helau-Spur’ ausdrücklich begrüßen“, so Elena Urban vom KCK. Ohne eine Ausnahmegenehmigung würde man in arge Bedrängnis geraten. Denn in den Vorplanungen zur Kampagne 2020 sei die Brückensperrung ja noch nicht eingeplant gewesen, so Urban. „Wir sind aber optimistisch, dass die Sperrung bis zur Straßenfastnacht wieder aufgehoben wird, sonst könnten wir nicht mit unserem Wagen am Umzug teilnehmen.“ (pk/nl)

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