Ordnungsamt-Einsatz im „Heringsbrunnen“

Weil am Dienstagabend nach 22 Uhr noch Gäste im „Heringsbrunnen“ waren, schritt das Ordnungsamt ein. Der Wirt hat dafür eine Erklärung, die Stadt sieht ihn aber in der Pflicht.

Ordnungsamt-Einsatz im „Heringsbrunnen“

Rund eine Woche nach der vieldiskutierten Polizisten-Feier im „Heringsbrunnen“ hat es am Dienstagabend einen Einsatz des Ordnungsamtes in der Altstadtkneipe gegeben. Ein Sprecher der Stadt Mainz und der Wirt des „Heringsbrunnen“ Michael Schollmayer bestätigen den Einsatz gegenüber Merkurist. Allerdings ist der Fall diesmal ein anderer als am vergangenen Montag.

Laut Stadt-Pressesprecher Ralf Peterhanwahr waren die Mitarbeiter des Ordnungsamtes gegen 22:15 Uhr im „Heringsbrunnen“, also 15 Minuten nach der alten Sperrstunde, die bis zum gestrigen 26. Mai galt. Seit dem heutigen Mittwoch (27. Mai) dürfen Gastronomien bis 22:30 Uhr offenbleiben.

Unsicherheit beim Datum

Dem „Heringsbrunnen“-Wirt Schollmayer sei nicht klar gewesen, welche Endzeit die richtige war. Gegenüber Merkurist sagt er, dass er deshalb um 21:36 Uhr zunächst bei der Polizeiinspektion 1 angerufen habe, um sich zu vergewissern. „Dort sagte man mir, dass das Ordnungsamt zuständig ist.“ Kurz darauf habe er zwei Mal versucht, das Ordnungsamt anzurufen. Alle drei Anrufe kann Schollmayer mit einer Telefonliste belegen, die Merkurist vorliegt. Weil beim Ordnungsamt niemand rangegangen sei, habe er entschieden, die verbliebenen elf oder zwölf Gäste abzukassieren und den Laden zu schließen. Zudem habe er die Jalousien heruntergelassen.

Schollmayer habe die Gäste an der Tür verabschiedet, während ein Mitarbeiter kassiert habe. Dies habe sich allerdings in die Länge gezogen, da das Kartenlesegerät defekt gewesen sei. Schollmayer sagt: „Es blieb eine Rechnung über 100 Euro offen. Die Gäste haben dann noch versucht, über Paypal zu zahlen, was dann nach längerer Zeit auch geklappt hat.“

Stadt sieht Gastwirt in der Pflicht

Um 22:15 Uhr sei allerdings das Ordnungsamt gekommen. Auch zu diesem Zeitpunkt waren noch einige Gäste in der Kneipe. Schollmayer sagt: „Bis auf den einen Tisch waren schon alle abkassiert und Taxis bestellt. Seit etwa 21:40 Uhr wurde auch nichts mehr ausgeschenkt.“ Die Gäste habe er nicht auf der Straße warten lassen wollen.

Stadt-Pressesprecher Peterhanwahr sieht allerdings die Gastwirte in der Pflicht, sich vorher über die geltenden Regeln zu informieren. „Als Gastronom muss man in die Landesverordnung schauen. Gerade mit einer solchen Vorgeschichte nach der Feier am vergangenen Montag (wir berichteten).“

Die beiden Fälle würden aber getrennt voneinander behandelt. „Der erste Fall ist sehr kompliziert, da recherchieren wir aktuell immer noch“, so Peterhanwahr. Deshalb sei man auch noch am Dienstag tagsüber im „Heringsbrunnen“ gewesen, um sich die Gegebenheiten genauer anzuschauen. Im aktuellen Fall sei dagegen die Faktenlage klar. „Hier wurde einfach die gültige Zeit überschritten. Deshalb folgt vermutlich wie in anderen Fällen auch ein Bußgeldverfahren.“ (pk)

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