Ein Weihnachtsgeschenk für den „Abfall-Robin Hood“

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit spendet der Laden „Unverpackt“ sein Trinkgeld. Dieses Jahr kommt die Spende „Abfall Robin Hood“ Rainer Schäfer zugute. Er befreit in seiner Freizeit die Straßen von Müll.

Ein Weihnachtsgeschenk für den „Abfall-Robin Hood“

Wenn Weihnachten vor der Tür steht, spenden viele Unternehmen für den guten Zweck. So auch der Lebensmittelladen „Unverpackt“: Er spendet jedes Jahr den Inhalt der Trinkgeldkasse. 2017 soll ein ganz besonderer Mann die Spende bekommen: Der sogenannte Abfall-Robin Hood, der in seiner Freizeit unter anderem die Mainzer Straßen von Müll befreit. Damit hat er etwas mit dem Unverpackt gemeinsam, denn das Ziel des Ladens ist es, Müll zu vermeiden. Deshalb kann man dort Lebensmittel „in beliebiger Menge einkaufen und in eigene Behälter abfüllen“, so die Webseite. Auf Einweg-Verpackungen und Plastiktüten wird verzichtet.

Ehrenamtlicher Einsatz gegen Müll

Auch der Abfall-Robin Hood hat dem Müll den Kampf angesagt: Rainer Schäfer aus Trier geht ehrenamtlich Straßen verschiedener Städte ab, sammelt den Abfall ein und hinterlässt ihn in roten Müllsäcken am Straßenrand, die dann von den städtischen Entsorgungsbetrieben eingesammelt werden (wir berichteten). Diese roten Müllsäcke waren auch der Grund, warum Majid, Inhaber von Unverpackt, auf den Abfall-Robin Hood aufmerksam geworden ist. „Bei einem Spaziergang durch Bretzenheim sind mir die Säcke aufgefallen“, sagt Majid. Seitdem habe er den Trierer „immer im Visier“. Jetzt möchte der Ladenbesitzer dem Abfall-Robin Hood mit seiner Spendenaktion etwas zurückgeben. Am 16. Dezember wollen Majid und sein Team ihm eine Spende in Höhe von 300 Euro überreichen.

„Ich war erstmal baff.“ - Rainer Schäfer, Abfall-Robin Hood

Als Rainer Schäfer von der Spendenaktion hörte, war er erstmal überrascht. „Sowas ist ganz neu für mich“, sagt er im Gespräch mitMerkurist. Bisher habe er nur Tüten, Anfahrtskosten oder Ausrüstung gespendet bekommen. So eine große Geldspende habe es noch nicht gegeben. „Ich war erstmal baff, dann habe ich mich sehr gefreut“, sagt Schäfer. Mit dem Geld möchte er das „kleine, elektrisch angetriebene Mülltrennfahrzeug“ verbessern, das er selbst gebaut hat. Mit dem 60 Zentimeter breiten, umgebauten Roller sei „eine Mülltrennung vor Ort“ möglich. Dass sein Fahrzeug funktioniert, hat Schäfer dieses Jahr bei den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Mainz unter Beweis gestellt: 80 Kilometer hat er damit zurückgelegt. Insgesamt 20 Stunden war er an den zwei Festtagen unterwegs und hat Müll getrennt, eingesammelt und in verschiedenen Tüten an den Straßenrand gestellt.

Momentan sind zwischen 100 bis 120 Euro in dem großen Einmachglas, das im Unverpackt als Trinkgeldkasse dient. Doch Inhaber Majid ist zuversichtlich: „Ich kenne meine Pappenheimer. Trinkgeld gibt es eigentlich immer.“ Falls die 300 Euro dennoch nicht erreicht werden sollten, lege er den Rest oben drauf, aus eigener Tasche. „Es ist ein Weihnachtsgeschenk und ein Dankeschön von Unverpackt Mainz“, sagt Majid in einem Facebook-Video zur Aktion. „Weil der Mann soviel für die Unfallvermeidung tut. Freiwillig.“

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