Mainz ist bekannt für seine Weinkultur, seine Geselligkeit und seine traditionsreichen Weinhäuser. Sie sind weit mehr als Orte, an denen Wein ausgeschenkt wird: Hier treffen sich Menschen, werden Geschichten erzählt und wird ein Stück Mainzer Lebensgefühl bewahrt.
Dass diese besondere Tradition auch über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit findet, zeigte sich in dieser Woche im Weinhaus Lösch. Das ZDF nutzte die traditionsreiche Gaststätte als Drehort für einen Gesprächsfilm über Literatur, Kultur und Wein. Mit dabei waren Sven Regener, der 2026 mit dem Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis ausgezeichnet wurde, sowie der österreichische Schriftseller und Filmregisseur David Schalko.
Ein Weinhaus mit Geschichte
Das Weinhaus Lösch gehört zu den traditionsreichen gastronomischen Adressen in Mainz. Das Haus blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1907 reicht. Wer heute die Gaststube betritt, erlebt ein Stück dieser Vergangenheit – mit dem ursprünglichen Charakter des Hauses, regionaler Küche und Weinen aus der Region.
Seit fünf Jahren wird das Weinhaus von seinen heutigen Inhabern geführt. Ihr Anspruch ist es, die gewachsene Identität des Hauses zu erhalten und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Mainzer Weinhaustradition auch in Zukunft lebendig bleibt.
Denn ein Weinhaus lebt nicht allein von seiner Geschichte. Es lebt vor allem von den Menschen, die hier zusammenkommen, von Gesprächen am Tisch, von Stammgästen und von Besuchern, die Mainz und seine kulinarischen Traditionen kennenlernen möchten.
Literatur, Wein und Mainzer Lebensgefühl
Mit Sven Regener stand bei den Dreharbeiten auch ein bedeutender Vertreter der deutschen Gegenwartsliteratur im Mittelpunkt. Der Schriftsteller und Musiker, bekannt unter anderem durch seine Romane rund um die Figur Herrn Lehmann und seine Band Element of Crime, ist der Mainzer Stadtschreiber des Jahres 2026.
Der von ZDF, 3sat und der Landeshauptstadt Mainz vergebene Literaturpreis verbindet das Amt mit der Möglichkeit, gemeinsam mit dem ZDF einen Film zu einem frei gewählten Thema zu produzieren. Regener wollte sich dabei in Mainzer Weinstuben mit seinem Kollegen David Schalko treffen, um sich dort in besonderer Atmosphäre über Literatur und Kultur auszutauschen. (So wurde neben dem Lösch auch im Michel und im Beichtstuhl gedreht.)
Dass dafür ein traditionsreiches Weinhaus (traditionsreiche Weinhäuser) als Drehort ausgewählt wurde (n), passt zu einer Stadt, deren Identität eng mit Wein, Gastlichkeit und geselligem Beisammensein verbunden ist.
Eine Tradition, die weiterlebt
Für das Weinhaus Lösch sind die Dreharbeiten eine schöne Gelegenheit, die Aufmerksamkeit auf einen Teil der Mainzer Stadtkultur zu lenken, der sich nicht allein in Büchern oder historischen Gebäuden festhalten lässt. Tradition entsteht auch dadurch, dass Menschen sie im Alltag weiterführen.
Ob bei einem Glas regionalem Wein, einem Essen mit Freunden oder einem Gespräch mit den Tischnachbarn: In einem Weinhaus gehört das Miteinander genauso dazu wie das, was auf den Tisch kommt.
Die Dreharbeiten des ZDF zeigen, dass diese Form der Gastlichkeit auch heute noch Geschichten zu erzählen hat – und dass die Mainzer Weinhauskultur ihren Platz nicht nur in der Vergangenheit, sondern mitten im heutigen Stadtleben hat.