Gravel-Bikes verbinden das Tempo eines Rennrads mit der Vielseitigkeit eines Trekkingrads. Breitere Reifen sorgen für Speed und Grip. Die sportliche, aber nie extreme Sitzposition funktioniert auf Asphalt ebenso gut wie auf Wald- und Schotterwegen. Mit Schutzblechen, Lichtanlage und Gepäckträger wird daraus zusätzlich ein schnelles Pendler- und Reiserad.
Ein echtes Multifunktionstool – das Schweizer Taschenmesser unter den Fahrrädern.
Carbon: empfindlich? Das Gegenteil überrascht.
Carbon gilt bis heute bei vielen als empfindlich. Tatsächlich ist der Werkstoff an den entscheidenden Stellen oft belastbarer als vermutet. Die Fasern werden genau dort verstärkt, wo hohe Kräfte auftreten. Gleichzeitig lassen sich Rahmen konstruieren, die Schläge und Vibrationen deutlich besser dämpfen.
Unzerstörbar ist Carbon selbstverständlich nicht. Nach einem schweren Sturz oder hartem Einschlag sollte der mögliche Schaden fachkundig überprüft werden. Das gilt aber genauso für Aluminium- und Stahlrahmen. Entscheidend ist weniger das Material als die Qualität der Konstruktion und der Einsatzzweck.
Den einen „besten Werkstoff“ gibt es ohnehin nicht. Aluminium ermöglicht leichte und attraktive Gravel-Bikes zu einem fairen Preis. Handgelötete Stahlrahmen bieten ein charakteristisches, komfortables Fahrgefühl und eignen sich besonders für langlebige Reise- und Individualräder. PATRIA fertigt solche Rahmen noch von Hand bei Bielefeld und kann die Geometrie passgenau auf den jeweiligen Fahrer oder die Fahrerin abstimmen.
Einen weiteren europäischen Weg geht 3T. Die puristischen Gravel-Bikes verbinden Aerodynamik, breite Reifen und moderne Carbontechnik. Die Carbonrahmen werden im norditalienischen Presezzo gefertigt.
Der österreichische Hersteller SIMPLON wiederum setzt auf individuell konfigurierbare Gravel-Bikes. Je nach Ausstattung lassen sie sich sportlich, tourentauglich oder alltagstauglich aufbauen – wahlweise mit Aluminium- oder Carbonrahmen.
Und mit Motor?
Auch ein E-Gravel-Bike muss heute kein schweres Bike mehr sein. Leichte Antriebe wie der TQ HPR60 verschwinden im Rahmen. Sie sorgen für eine besonders natürliche Unterstützung. Ein entsprechend aufgebautes E-Gravel-Bike bringt gegenüber dem vergleichbaren Modell ohne Antrieb auch kaum noch mehr als drei Kilogramm mehr auf die Waage.
Beim SIMPLON Grid :eLight trifft dieser Antrieb auf breite Reifen und zahlreiche Befestigungsmöglichkeiten für Alltag, Pendeln und Bikepacking. Das Ergebnis fährt sich wie ein normales Gravel-Bike mit Rückenwind. Moderne leichte E-Gravel-Bikes unterscheiden sich so im Fahrgefühl deutlich von vielen klassischen E-Bikes.
Nicht mehr die Frage „Gravel – ja oder nein?“ entscheidet. Sondern: Welches Gravel-Bike passt zu mir?
Wer die Antwort nicht allein anhand von Datenblättern finden möchte, kann verschiedene Gravel-Konzepte bei den Radgebern am Flachsmarkt in Mainz vergleichen und Probe fahren – vom klassischen Stahlrahmen bis zum modernen Carbon-E-Gravel-Bike.
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