Energiekrise: Welche Maßnahmen werden in Mainz nun ergriffen?

Einige Städte ergreifen bereits erste Maßnahmen, um der Energiekrise entgegenzuwirken: In Schwimmbädern wird die Temperatur gesenkt, öffentliche Beleuchtung gedrosselt. Was ist in Mainz geplant?

Energiekrise: Welche Maßnahmen werden in Mainz nun ergriffen?

Wegen steigender Energiepreise ergreifen die ersten Städte drastische Maßnahmen: Brunnen werden am Abend abgeschaltet, die Wassertemperatur in Schwimmbädern gedrosselt und die Fassadenbeleuchtung an historischen und öffentlichen Gebäuden wie Rathäusern, Kirchen und den städtischen Museen abgeschaltet. „Die Lage ist ernst“, sagte etwa die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber kürzlich. Sie erwarte ein „böses Erwachen spätestens bei der Abrechnung“.

Auch die ersten Wohnungsvermieter haben bereits angekündigt, wegen der drohenden Gaslieferstopps die Heiztemperatur während der Nacht zu begrenzen. „Zum Schutz der Mieter vor drohenden Kosten“, wie ein Vonovia-Sprecher gegenüber der Tagesschau mitteilt. „Um möglichst viel Gas in unseren Beständen einzusparen, werden wir in unseren Beständen sukzessiv eine Nachtabsenkung der Heizungstemperatur bei den Gas-Zentralheizungen einführen.“

Was erwartet Mainz?

Welche Belastungen die Mainzer in Zukunft erwartet, könne man noch nicht voraussagen, das hänge wesentlich von der Entwicklung des Ukraine-Krieges und dessen weitere Auswirkungen auf die Energiemärkte ab, teilt Michael Theurer, Pressesprecher der Mainzer Stadtwerke auf Anfrage mit. „Es ist anzunehmen, dass die Unsicherheiten, Sanktionen und gegebenenfalls auch Energie-Lieferstopps für russisches Öl und Gas die Einkaufspreise für Strom und Gas weiter in die Höhe treiben werden.“ Prinzipiell jedoch könnten mehr als 110.000 Mainzer Haushalte mit grünem Strom versorgt werden, aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen sowie Wasserkraftwerken.

Ergreifen denn die Stadtwerke selbst Maßnahmen für ihre Einrichtungen? Anfang Mai hatte etwa die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e. V. empfohlen, die Wassertemperatur in den Freibädern zu senken, um Energie zu sparen. Im Taubertsbergbad werden die Stadtwerke als Betreiber jedoch vorerst nicht die Temperatur im Freibad senken. „Nach zwei Jahren Pandemie halten wir es für wichtig, dass das Bad attraktiv bleibt für Besucherinnen und Besucher, den Vereins- und Schwimmsport. Und da spielen Wassertemperaturen eine wichtige Rolle“, so Theurer. Das Freibad werde zudem mit Fernwärme geheizt, diese sei bis in den Herbst hinein ohne Gaszufuhr gesichert, da sie über die Müll- und Klärschlammverbrennung funktioniert. Außerdem gebe es auf dem Taubertsberg eine Solaranlage. Beim bevorstehenden Umbau seien zudem weitere Maßnahmen geplant, „um die Energieeffizienz zu erhöhen und den Wasserverbrauch des Bades zu senken.“

Dom und Schloss künftig im Dunkeln?

Und wie sieht es bei der Stadt Mainz aus? Werden öffentliche Gebäude wie der Dom oder das Schloss, künftig nachts im Dunkeln liegen, die Straßenbeleuchtung gedimmt und die Brunnen ausgeschaltet, um Energie einzusparen? Man arbeite aktuell an „einem ausgefeilten Energiemanagement“, ist von der Pressestelle zu erfahren. Eine „erste Übersicht über die Spannbreite des kommunalen Energiebereichs“ sei erstellt und eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden. Diese soll nun in den kommenden Wochen konkrete Vorschläge erarbeiten und vorlegen, wie sich Mainz bei „möglicherweise drohenden Energieengpässen konkret ausrichten wird.“

Dabei sollen sowohl das „Energiemanagement in öffentlichen Gebäuden“ unter die Lupe genommen werden als auch die Frage, wie die Energieversorgung generell aufrecht erhalten werden kann und welche konkreten Maßnahmen vulnerable Gruppen unterstützen könnten. Wie hoch die Kosten für Energieleistungen, also für Strom, Fernwärme und Gas, insgesamt pro Jahr sind und mit welchen Steigerungen man künftig rechne, dazu machte die Stadt gegenüber Merkurist keine Angaben.

Auch privaten Haushalten empfehlen die Stadtwerke Mainz dazu, „schon jetzt im Sommer zu schauen: Wie kann ich im Haus oder der Wohnung und bei meinen täglichen Gewohnheiten Energie einsparen“, rät Theurer. So könne man checken lassen, ob es Einsparpotentiale bei der Heizungsanlage gibt, ob sie gut gewartet ist und ob Wohnung oder Haus gut gedämmt ist. Eventuell bietet sich eine Wärmepumpe oder eine Solaranlage auf dem Dach oder Balkon an. Ebenso lohnen sich zum Beispiel Energiesparlampen und stromsparende Elektrogeräte sowie der Verzicht auf den Pkw, sooft es möglich ist.

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