„Mainzer Einkaufshilfe“ hilft Corona-Risiko-Gruppen

Vor dem Coronavirus müssen sich vor allem ältere und vorerkrankte Menschen schützen. Kontakt mit der Außenwelt sollten Risikogruppe am besten vermeiden. Um diese Menschen zu versorgen, hat sich nun die „Mainzer Einkaufshilfe“ gegründet.

„Mainzer Einkaufshilfe“ hilft Corona-Risiko-Gruppen

Ein Gang in den Supermärkt könnte in diesen Tagen speziell für ältere und vorerkrankte Menschen lebensgefährlich werden. Denn bisher gehören die meisten Toten dieser Risikogruppe an. Doch wie sollen sich Betroffene nun versorgen, wenn sie am besten nicht aus dem Haus gehen sollen? In Mainz haben sich nun deshalb mehrere ehrenamtliche Initiativen gegründet, die diesen Menschen helfen wollen. Dazu gehört auch die „Einkaufshilfe Mainz“.

Nachbarschaftshilfe wichtig

Organisiert wird das Projekt von der Mainzer Studentin Alena Haub. Die 22-Jährige ist vor Kurzem in den Sozialen Medien auf ein solches Projekt in Österreich aufmerksam geworden. Die Idee fand die Studentin auf Anhieb so gut, dass sie eine solche Iniatiative auch für Mainz ins Leben rufen wollte. „Nachbarschaftshilfe ist gerade jetzt extrem wichtig“. Die meisten solcher Angebote gebe es aber bisher nur im Internet. Doch Menschen, die zu der besagten Risikogruppe gehörten, seien meist 70 Jahre aufwärts und über das Internet eher schlecht zu erreichen, sagt Haub.

Deshalb sei es wichtig, die Info, dass es dieses Projekt gebe, auch an alle weiterzugeben, um dann möglichst vielen helfen zu können. Kontakt zur „Mainzer Einkaufshilfe“ könne man dann konkret unter der Nummer: 01782825607 aufnehmen. „Bisher haben wir schon mehr als 200 Leute, die bereitstehen, anderen zu helfen“, sagt Haub. Sie hoffe nun, dass in den nächsten Tagen viele Anfragen von Risikopatienten kommen. Sollte das der Fall sein, würde man mit den Hilfsbedürftigen zunächst einmal am Telefon klären, was sie im konkreten Fall benötigen und wo sie wohnen.

Dann müsse noch geklärt werden, wie die Zahlung der Einkäufe erfolgen solle. „Da Bargeld oft stark mit Keimen belastet ist und wir nicht unbedingt wechseln können, empfehlen wir, den Helfern einen ausgefüllten Überweisungsträger mitzugeben, in dem der Betrag steht, der für den Einkauf angefallen ist“, so Haub. Schön wäre es letztlich auch, wenn Helfer immer wieder den selben Risikopatienten helfen könnten und so eine Vertrauensbasis zwischen beiden entstehe. Doch die „Einkaufshilfe Mainz“ gehe nicht nur einkaufen. Auch andere Erledigungen, wie zum Beispiel das Ausführen von Hunden, würden von der Initiative angeboten.

Andere Initiativen in Mainz

Eine weitere Initiative, die sich um Risikogruppen kümmert, ist die „Coronahilfe Mainz“. Wie Gründerin Jessi sagt, sei es spätestens jetzt an der Zeit, mit Kleinigkeiten unsere Mitmenschen zu unterstützen. „Ich bin selbst Pflegekraft und mir ist es ein Herzensangelegenheit, die Menschen mit hohem Risiko zu schützen.“ Unterstützung für Menschen, die jetzt nicht mehr aus dem Haus gehen sollten, bietet auch die Gruppe „Mainzer Herzmenschen“.

In Hechtsheim hat Ortsvorsteherin Tatiana Herda Munoz extra eine Gruppe für ihren Stadtteil erstellt: „Hechtsheim hilft“. Dabei handelt sich auch um eine Whatsapp-Gruppe. In Untergruppen können sich die, die mithelfen wollen, für verschiedene Aufgabenbereiche eintragen. Dazu gehören „Hilfspaten“, „Kinderbetreuung“ und ein Team, das unter anderem Flyer verteilt, damit auch ältere Menschen auf das Projekt aufmerksam werden. Von der bisherigen Resonanz ist die Ortsvorsteherin begeistert: „Ich habe tolle Helfer*innen am Start, die mir bei der Konzeption und dem Aufsetzen einer Hilfsstruktur helfen, damit unsere Startenergie nicht verpufft. Wir haben mittlerweile über 300 Menschen (Stand 14. März), die mit anpacken möchten, mein Herz explodiert!“, schreibt Herda Munoz auf Facebook. (pk)

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