Mainzer Initiative baut Katamaran für Seenotrettung von Flüchtlingen

Ehrenamtliches Projekt bei Mainz: Die „Safe Haven Crew“ arbeitet an einem außergewöhnlichen Schiff, das künftig Menschen auf einer der gefährlichsten Fluchtrouten der Welt helfen soll.

Mainzer Initiative baut Katamaran für Seenotrettung von Flüchtlingen

Irgendwo in den Felder zwischen Mainz und Ingelheim wird gewerkelt. Ein paar Menschen sägen, hämmern, bohren. Unter einem Zelt entsteht derzeit ein ungewöhnliches Wasserfahrzeug: Mitglieder der Initiative „Safe Haven Crew“ bauen in Eigenregie einen rund 20 Meter langen Katamaran aus Holz, der künftig bei Seenotrettungseinsätzen im Atlantik eingesetzt werden soll.

Das Projekt wird überwiegend ehrenamtlich getragen. Unterstützer aus Mainz, Wiesbaden und der Region arbeiten seit Monaten an dem Schiff, das nach Angaben der Initiative speziell für den Einsatz auf der Westafrika-Route zu den Kanarischen Inseln konzipiert wird. Die Route gilt als eine der gefährlichsten Migrationsstrecken weltweit.

Schiff entsteht aus Holz, GFK und viel Eigenleistung

Anstatt ein bestehendes Schiff zu kaufen, entschied sich die Gruppe für einen Eigenbau. Grundlage ist ein bewährter Katamaran-Bauplan. Das Schiff besteht aus Holz, glasfaserverstärktem Kunststoff und Epoxidharz.

Nach Angaben der Initiative wird der Katamaran etwa 20 Meter lang sein und durch seine Bauweise vergleichsweise leicht bleiben. Geplant sind unter anderem mehrere wasserdichte Bereiche in den Rümpfen sowie eine medizinische Versorgungsmöglichkeit an Bord. Bis zu 100 Menschen sollen im Notfall aufgenommen werden können.

Die Kosten für Material, Technik und Antrieb summieren sich auf einen sechsstelligen Betrag. Finanziert werde das Vorhaben bislang überwiegend durch Spenden und Eigenmittel der Beteiligten.

Hilfe für Menschen in Seenot

Die „Safe Haven Crew“ beschreibt ihr Ziel als „humanitäres Engagement“. Die Mitglieder wollen Menschen unterstützen, die auf der Flucht in Seenot geraten. Nach Angaben der Gruppe sterben jedes Jahr zahlreiche Menschen bei dem Versuch, über den Atlantik die Kanarischen Inseln zu erreichen. „Wir wollen nicht länger wegsehen, sondern aktiv werden“, heißt es im Informationsmaterial der Initiative.

Außer beim Schiffsbau sucht die Gruppe weitere Unterstützer, sowohl handwerkliche Helfer als auch Menschen, die organisatorisch, technisch oder medial mitarbeiten möchten. Auch Sach- und Geldspenden seien willkommen.

Fertigstellung für 2027 angepeilt

Die Initiative plant, die einzelnen Bauteile zunächst in der Region zu fertigen und das Schiff anschließend zusammenzusetzen. Nach Abschluss der Arbeiten soll der Katamaran über die Wasserwege Richtung Nordsee und weiter zu den Kanarischen Inseln überführt werden. Wenn alles nach Plan läuft, könnte das Schiff ab 2027 für Seenotrettungseinsätze bereitstehen.

So kann man das Projekt unterstützen

Die „Safe Haven Crew“ informiert auf ihrer Website über den aktuellen Baufortschritt und Möglichkeiten zur Unterstützung. Dort finden Interessierte auch Informationen zu Spenden, Mitmachmöglichkeiten und Veranstaltungen rund um das Projekt.

Weitere Informationen gibt es auf der Website der Initiative sowie über ihre Social-Media-Kanäle.