Mainzer Neustadt: Kommt der „Beethoven“-Platz?

Die Stadt Mainz will durch das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ zwei wichtige Projekte voranbringen. So soll in der nördlichen Neustadt ein neuer Platz entstehen und zudem das Einkaufszentrum auf dem Lerchenberg umgestaltet werden.

Mainzer Neustadt: Kommt der „Beethoven“-Platz?

Sozialen Frieden durch städtebauliche Veränderungen schaffen, das ist das Motto des Förderprogramms „Soziale Stadt“. Auch die Stadt Mainz setzt auf dieses Programm und will zwei Projekte vorantreiben, an denen bereits gearbeitet wird. Zum einen soll in der Neustadt ein neuer Quartiersplatz entstehen, zum anderen das Einkaufszentrum auf dem Lerchenberg neu gestaltet werden. Auf einer Pressekonferenz im Stadthaus haben Baudezernentin Marianne Grosse und Sozialdezernent Eckart Lensch am Montag den aktuellen Stand der Planungen für die beiden Projekte vorgestellt.

„Beethoven“-Platz geplant

Wie Grosse sagt, soll zwischen Wallau- und Franz-Liszt-Straße ein neuer Platz geschaffen werden, der als „identifikationsstiftender Aufenthaltsort die nördliche Neustadt aufwertet und eine attraktive Verbindung zum Stadtquartier jenseits der Rheinallee ermöglicht.“ Den ersten Schritt zur Aufwertung des Gebietes bildet die Umgestaltung der Wallaustraße, die direkt am Quartiersplatz entlang führt. Die direkt angrenzenden Wohngebäude sowie die Tiefgarage werden von der Wohnbau Mainz gebaut.

Der derzeitige Zeitplan sieht vor, die entsprechenden Baugenehmigungsunterlagen Ende des Jahres 2018 einzureichen, sodass im Mai 2019 mit dem Bau begonnen werden kann. Die Realisierung des Projektes „Gestaltung Neuer Quartiersplatz“ kann erst nach Fertigstellung der Tiefgarage und mindestens den im Rohbau fertiggestellten Hochbauten begonnen werden. Zu berücksichtigen sei auch, so Grosse, dass unterhalb des Quartiersplatzes zwei private Tiefgaragen errichtet werden.

Die bisher vorliegenden Pläne werden den Bürgern in einer Informationsveranstaltung am 20. Juni im Liebfrauensaal (Franz-Liszt-Straße 1) um 18:30 Uhr vorgestellt. „Vorläufig soll der neue Platz dann „Beethoven-Platz“ heißen“, sagt Grosse. Diesen Namen hätte einst auch der Mainzer Stadtbaumeister Eduard Kreyßig vorgeschlagen. Letztlich werde aber der Ortsbeirat über den tatsächlichen Namen entscheiden. „Die Kosten für die Platzgestaltung betragen nach einer ersten groben Schätzung rund 1,2 Millionen Euro“, so Sozialdezernent Lensch. Die Maßnahme soll dann über das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ finanziert werden. Zudem seien an dem Platz zwei neues Kitas geplant.

Einkaufszentrum Lerchenberg

Auch auf dem Lerchenberg soll es im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ Veränderungen geben. So soll das Einkaufszentrum umgestaltet und ein neuer Anlaufpunkt für die Lerchenberger werden. Bereits 2015 wurden Eigentümer und Gewerbetreibende des Zentrums informiert, dass das Areal, das in den 70er-Jahren entstanden war, erweitert, aufgewertet und saniert werden soll. „Wir wollen dort die Aufenthaltsqualität erhöhen sowie das Zentrum der Passage barrierefrei gestalten“, sagt die Lerchenberger Ortsvorsteherin Sissi Westrich. Darüber hinaus soll Platz für einen Supermarkt-Vollversorger sowie einen Lebensmitteldiscountmarkt geschaffen werden.

Als erster Abschnitt werde geplant, die eigentliche Fußgängerpassage neu zu gestalten und barrierefrei zu machen. Die umliegenden Verkehrsflächen sowie der westlich gelegene Platz „Am Brunnen“ sollen ebenfalls langfristig umgestaltet werden. „Die Einwohner sollen noch in diesem Sommer bei einer Bürgerveranstaltung über die bisherige Planung informiert werden“, sagt Baudezernentin Grosse. Wann und wo diese genau stattfinden soll, ist bislang noch nicht geklärt. Sollten sich nach der Veranstaltung Planungsergänzungen oder -änderungen ergeben, werden diese geprüft und gegebenenfalls berücksichtigt. Zudem sollen auch weitere Details geklärt werden. „Es geht unter anderem um die Pflasterung, Beleuchtung und die Gestaltung der Vordächer der Geschäfte“, so Ortsvorsteherin Westrich.

Die Kosten für die Umgestaltung der Einkaufspassage betragen nach ersten Schätzungen nicht ganz 515.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Herstellung des geplanten Aufzuges zur Regerstraße, die in dieser Schätzung noch nicht enthalten sind. Die Zuschussunterlagen sollen noch im Spätsommer 2018 beim Land Rheinland-Pfalz eingereicht werden.

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