So reagiert das Netz auf den „Elften Elften 2.0“

Der 11.11. konnte heute nicht wie gewohnt auf dem Mainzer Schillerplatz stattfinden. Dennoch meldeten sich viele Mainzer in den sozialen Netzwerken zu Wort.

So reagiert das Netz auf den „Elften Elften 2.0“

11.11. mal anders: Das war das Motto des Tages. Wegen der Corona-Krise hieß es auch für alle Mainzer Narren „Abstand halten“. Das bedeutet aber nicht, dass sich Fastnachter und Fastnachts-Fans nicht zu Wort melden - ganz im Gegenteil. Wir haben ein paar Reaktionen auf den etwas anderen 11.11. gesammelt.

Ein dreifach donnerndes Helau

„Heute heißt es tapfer sein. Normalerweise wird heute die Narrencharta verlesen und die ersten #helau Rufe schallen durch unser‘ schönes Städtchen Mainz. Liebe Narren und Närrinnen, 11 Uhr 11 am 11ten im 11ten des Jahres, ein Feiertag für jeden von uns!“, schreibt der MCV und ruft seine Follower gleichzeitig dazu auf, ihre liebsten Erinnerungen an den 11.11. zu teilen. Auf vergangene Jahre blickt auch der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling zurück. Auf Instagram teilt er nicht nur einen Rückblick, sondern ein aktuelles Bild von Frau Bohnebeitel mit einem roten Schal der 05er-Fanabteilung (wir berichteten).

Emotional wird es beim Post der Mainzer Prinzengarde: „Noch vor wenigen Monaten standen wir gemeinsam, dich gedrängt und zusammen auf Bühnen, saßen zusammen im Publikum oder haben auf der Lu ‘gemainzam’ gefeiert. Niemand hätte sich in der letzte Kampagne vorstellen können, dass diese Kampagne anders sein wird. Trotzdem wünschen wir euch einen bestmöglichen Start in die Kampagne. Lasst es und ‘gemeinzam’ durchstehen und hoffen, dass es die Kampagne 21/22 eine wird, wie wir sie kennen. Helau.“

Doch nicht nur Fastnachter meldeten sich zu Wort - auch die Johannes Gutenberg-Universität schrieb unter einem Post: „Mainz forscht für Fastnacht. Eigentlich startet am 11.11. die Fastnacht und damit die fünfte Jahreszeit in Mainz. Doch dieses Jahr bleiben wir, statt auf dem Schillerplatz zu feiern, daheim und schützen damit alle Närrinnen und Narren vor Corona.“ Der Humor sei den Fastnachtern aber nicht abhanden gekommen, was das Motto zeige: „Trotz Corona segelt heiter, das Narrenschiff voll Hoffnung weiter!“

Fastnacht feiern mit Abstand

Der Instagram-Account „mainzliebe“ teilte zur Feier des Tages ein Foto. Darauf ist ein Werk des Mainzer Grafitti-Künstlers Leif zu sehen - ein Schwellkopp mit Narrenkappe. Für Mainz 05 meldete sich der „Pöbelrenter“ zu Wort (wir berichteten). Dazu schrieb der Verein: „Kein normaler 11.11. Der Pöbelrentner geht trotzdem in die Bütt. Und rechnet ab: mit Corona, mit den Niederlagen und mit internen Spannungen. Helau Mainzer und viel wichtiger: bleibt gesund!“

Die rheinland-pfälzische Landesregierung nutzte die Buchstaben des Wortes „Helau“ kurzerhand dafür, nochmals auf die aktuellen Regelungen hinzuweisen. „Dieses Jahr hat H.E.L.A.U. eine besondere Bedeutung: Hygieneregeln einhalten, eineinhalb Meter Abstand halten, lüften, Alltagsmaske tragen, und App nutzen.“

Mit Bildern und Erinnerungen an vergangene Feiern auf dem Schillerplatz kam bei vielen Fastnachts-Fans aber auch ein wenig Trauer mit. So schrieb Facebook-Nutzer Armin: „Einfach traurig dennoch ein dreifach donnerndes helau helau helau.“ Dem stimmte auch Regine zu „soooo traurig .... HELAU“. Nutzerin Tanja verspürte bei den Bildern vom leeren Schillerplatz vor allem Wehmut: „Schon richtig Wehmut dabei...zu sehen wie leer es ist...aber was wollen wir machen, besser so! Bleibt gesund.“

Kritik an Feiernden auf dem Schillerplatz

Doch auch wenn der Schillerplatz in diesem Jahr fast leer blieb - ein paar Narren ließen es sich nicht nehmen und haben gemeinsam mit Abstand den Start in die 5. Jahreszeit gefeiert (wir berichteten). Auch Ordnungsamt und Polizei waren um 11:11 Uhr vor dem Osteiner Hof vertreten. Mit Lautsprecherdurchsagen machten die Beamten klar, dass es in diesem Jahr keine Narrenproklamation geben würde.

Das kam im Netz allerdings nicht bei allen gut an. Einige Nutzer hatten für die Feiernden auf dem Schillerplatz kein Verständnis. Ein Nutzer schrieb dazu: „So ein Schwachsinn.“ Andere fanden es „unfassbar“, dass einige sich auf dem Schillerplatz getroffen haben. „Narren, im wahrsten Sinne des Wortes und wir müssen unsere Geschäfte schließen“, kommentierte eine andere Facebook-Nutzerin.

Auch wenn einige Nutzer ihre Trauer, ihren Wehmut und auch ihren Ärger teilten, die meisten kommentierten die Fastnachts-Post mit einem „Helau!“ (nl)

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