Mainz 05 postet Schlauchboot-Cartoon - und wird kritisiert

Ein offenbar „lustig gemeintes“ Cartoon-Video hat dem FSV Mainz 05 am Mittwoch Kritik in sozialen Medien beschert. Der Verein hat inzwischen reagiert und das Video gelöscht.

Mainz 05 postet Schlauchboot-Cartoon - und wird kritisiert

Anfang der Woche erhielt der FSV Mainz 05 viel Lob für eine klare Positionierung gegen Rassismus. Der Club hatte den Schriftverkehr mit einem ehemaligen Vereinsmitglied veröffentlicht. Das Ex-Mitglied hatte mit teils rassistischen Begründungen seinen Austritt aus dem Verein untermauert (wir berichteten). Ein offenbar witzig gemeintes Cartoon-Video hat den 05ern jetzt allerdings Ärger eingebracht. Ein Twitter-Nutzer warf dem FSV sogar Fremdenfeindlichkeit vor.

In unregelmäßigem Abstand posten die 05er auf ihren Social Media-Kanälen Videos, die von der Seite „JustCartoons“ für den Verein produziert werden. Im Video vom Mittwoch (10. Juni) sind einige 05-Spieler in Schlauchbooten auf dem Meer zu sehen. Die Cartoon-Kicker kämpfen sich mit dem Schlauchboot auf eine Insel - gemeint ist offenbar das rettende Ufer im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Für einige User auf Twitter erinnerte das Video offenbar zu sehr an Bilder von ertrinkenden Flüchtlingen auf dem Mittelmeer. Sie kritisierten den Clip scharf.

Ein Nutzer kommentierte auf Twitter: „Offenbar hat man bei euch keine Lust, sich mit dem eigenen systematisch xenophoben (fremdenfeindlichen Anm. d. Red.) Verhalten auseinander zu setzen. Schade. Kündigung der Mitgliedschaft kommt.“ Ein anderer Twitter-Nutzer schrieb: „So schnell kann es gehen. Gestern noch die moralische Instanz gespielt und heute gaaaaanz tief gefallen. Hybris.“ Andere User nahmen das Video gelassener zur Kenntnis. „Fand das jetzt nicht schlimm“, schrieb ein Twitter-User.

Mainz 05 löscht Video

Der FSV Mainz 05 reagierte auf die Kritik und hat das Video inzwischen gelöscht. „Wir haben unseren lustig gemeinten Cartoon wieder gelöscht. Die Darstellung bezog sich rein auf die aktuelle Situation in der Bundesliga“, postete der Verein in einer Stellungnahme auf Twitter. „Vor dem aktuellen Hintergrund war es unsensibel, so zu posten, da er vereinzelt anders interpretiert wurde.“ (nl)

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