In diesen Mainzer Stadtteilen gibt es die meisten Arbeitslosen

Die Stadt Mainz hat neue detaillierte Stadtteilbeschreibungen veröffentlicht. Sie sollen auf Basis von Daten zeigen, wo es soziale Ungleichheiten gibt.

In diesen Mainzer Stadtteilen gibt es die meisten Arbeitslosen

Die Stadt Mainz hat neue Stadtteilbeschreibungen veröffentlicht. Bürger und Politiker sollen so detaillierte Einblicke in die Lebensumstände der 15 Stadtteile bekommen. Das teilt die Landeshauptstadt Mainz mit.

Die Beschreibungen fassen wichtige Informationen zu jedem Stadtteil zusammen, darunter Daten zur Bevölkerungsstruktur, zu Haushaltsformen, Arbeitslosenanteil, aber auch Flächenutzungen und Grünflächenanteil. Die Grundlage dafür ist die Sozialraumanalyse aus dem Jahr 2023. Mithilfe von Grafiken, Tabellen und kurzen Texten sollen die öffentlichen Daten auch ohne Fachkenntnisse verständlich sein.

Arbeitslosenzahlen, Grünflächenanteil und mehr

Der Anteil der Arbeitslosen liegt in den jetzt veröffentlichten Daten bei durchschnittlich rund 6,3 Prozent in Mainz. Zum Vergleich: Aktuell meldet die Bundesagentur für Arbeit für Januar 2026 in Mainz eine Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent. Laut Stadtteilbeschreibungen war der Anteil arbeitsloser Menschen in Mainz-Lerchenberg mit 9,3 Prozent am höchsten – gefolgt von Mombach und Marienborn (jeweils 8,8 Prozent). Den geringsten Anteil Arbeitsloser gab es in Drais mit 3,4 Prozent.

Die Daten geben ebenfalls Aufschluss über den durchschnittlichen Grünflächenanteil in Mainz. Dieser liegt im Durchschnitt bei rund 11,7 Prozent. Am wenigsten Grün- und Freizeitfläche haben die Altstadt (3 Prozent), Neustadt (3 Prozent) und Hartenberg-Münchfeld (4 Prozent) vorzuweisen. Die Oberstadt ist mit 27 Prozent der grünste Stadtteil.

Ziel der öffentlichen Daten sei es, Bürgern sowie Initiativen zu zeigen, wie sich der eigene Stadtteil entwickelt und wo es Herausforderungen gibt, schreibt die Stadt Mainz. Stadtverwaltung und die Politik sollen zudem eine Grundlage für Diskussionen darüber erhalten, wie kommunale Mittel verteilt und soziale Ungleichheiten bekämpft werden können.

Instrument für gerechte Stadtentwicklung

Laut Sozialdezernentin Jana Schmöller (SPD) schaffen die Informationen Transparenz und helfen den Mainzern dabei, politische Entscheidungen leichter nachzuvollziehen. „Gleichzeitig sind die Stadtteilbeschreibungen ein klares politisches Arbeitsinstrument“, sagt Schmöller. „Sie zeigen uns sehr deutlich, wo sich Benachteiligungen verfestigen und wo wir als Stadt Verantwortung übernehmen müssen.“

Die Beschreibungen enthalten außerdem eine Übersicht zu bestehenden sozialen Angeboten wie Kitas, Schulen, Jugendeinrichtungen und Beratungsstellen. Sie bieten damit eine Orientierung für alle, die sich über Angebote im Stadtteil informieren oder sich selbst engagieren möchten.

Die Veröffentlichung ist Teil des Projekts „BILMA – Bildung in Mainz“, des kommunalen Bildungsmanagements in Mainz. Sie wird vom Bundesministerium für Bildung und von der Europäischen Union mit rund 100.000 Euro gefördert. Durch die Förderung sollen politische Entscheidungen im Bildungs- und Sozialbereich stärker auf Basis von Daten getroffen werden.