„Quarantäne-Häuser“ und Impflotsen: So helfen die Malteser in der Pandemie

Die Mainzer Malteser helfen in der Pandemie Menschen, die oft von der Gesellschaft übersehen werden. Im Fokus steht die Versorgung von Patienten und die Aufklärung über die Impfung. Wir haben mit dem Leiter des Malteser-Migrationsbüros gesprochen.

„Quarantäne-Häuser“ und Impflotsen: So helfen die Malteser in der Pandemie

Seit die Pandemie im Frühjahr 2020 ausgebrochen ist, hat sich das Leben für uns alle verändert. Doch nicht für alle gleichermaßen. So hat nicht jeder Zugriff auf Hilfsangebote, die oft viele bürokratische Hürden haben. Dazu gehören auch sozial benachteiligten Menschen. Um sie kümmern sich die Mainzer Malteser. Und das schon seit Beginn der Pandemie, wie Behrouz Asadi, Leiter des Malteser-Migrationsbüros Rheinland-Pfalz/Hessen, gegenüber Merkurist berichtet. „Dazu gehören besonders Menschen mit Migrationshintergrund.“

Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Mainz haben die Malteser coronapositive Geflüchtete zur Isolation in soziale Einrichtungen gebracht und dort auch betreut. In diesen „Quarantäne-Häusern“ werden die Erkrankten dann rund um die Uhr medizinisch versorgt. Bis April 2021 wurde sich auf diese Weise um 830 Covid-19 Patienten und mehr als 1400 Kontaktpersonen gekümmert, wie aus dem Migrationsbericht der Malteser hervorgeht.

Aufklärung über die Corona-Schutzimpfung

Zusätzlich zum Betreuungsthema klären die Malteser seit Anfang 2021 in der ganzen Region über die Corona-Schutzimpfung auf. „Mir war von Anfang an klar, wie wichtig es ist, dass Menschen sich impfen lassen“, erklärt Asadi. Er und sein Team klären seit Beginn der Impfungen gegen kursierende Gerüchte auf. Gemeinsam mit der Stadt Mainz und dem Gesundheitsamt Mainz-Bingen haben Asadi und die Malteser zudem das Projekt der Impflotsen gestartet (wir berichteten). Die Lotsen, die mehrere Sprachen sprechen und daher besonders gut in Kontakt zu Personen mit Migrationshintergrund treten können, gehen aktiv auf Menschen zu, sprechen mit ihnen über ihre Bedenken bezüglich der Schutzimpfung und weisen auf Impfangebote in der Nähe hin. In Mainz waren sie zunächst in der Neustadt und Mombach unterwegs.

Mainzer Gesundheitsamt sehr dankbar für die Hilfe

Das im April 2020 gegründete Corona-Team der Malteser ist auch an Feiertagen 24 Stunden im Einsatz. Zwischen 21 und 5 Uhr in der Nacht ist eine telefonische Sprechstunde eingerichtet. Nicht nur die Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund steht bei ihnen im Fokus, auch Obdachlose werden von ihnen beherbergt und versorgt. Zudem steht jeder Person der Lebensmittel-, Rezepte- und Apothekendienst zur Verfügung.

Große logistische Arbeit leiste das Team zudem bei der Durchführung von Lolli-Schnelltests in Kindergärten. „Seit März 2021 sind wir zum Teil in bis zu 40 Kindergärten gleichzeitig unterwegs“, so Asadi. „Wir sehen das als unsere soziale Verantwortung und Pflicht.“ Für seine Initiative habe sich das örtliche Gesundheitsamt ihm gegenüber sehr dankbar gezeigt. Auch den zahlreichen Helfern gegenüber. Für sie habe man ein gemeinsames Fest organisiert, so Asadi. Und auch in Zukunft werde man die verschiedenen Initiativen weiter fortführen.

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