Wie ein Schausteller-Ehepaar durch die Corona-Krise kommt

Dass Corona das öffentliche Leben fast zum Stillstand bringt, merken seit einem Jahr auch die Schausteller, die kaum noch Einnahmen generieren. Deren Vorsitzender Marco Sottile verzagt aber nicht und setzt nun auf einen Imbissstand mit Lieferservice.

Wie ein Schausteller-Ehepaar durch die Corona-Krise kommt

Ankämpfen gegen die Folgen der Corona-Krise - damit sind unter anderem auch seit mehr als einem Jahr die Mainzer Schausteller beschäftigt. Durch die ausgefallenen Volksfeste sowie den abgesagten Weihnachtsmarkt 2020 spitzt sich für viele von ihnen die finanzielle Lage immer weiter zu. Der Schausteller-Vorsitzende Marco Sottile geht daher nun neue Wege, um wieder etwas zu verdienen. Mit Unterstützung seiner Frau Daniela Barth betreibt er seit einiger Zeit einen Imbissstand in Hechtsheim.

Täglich wechselnder Mittagstisch

„Die Idee dazu ist aus der Not heraus entstanden“, sagt Daniela Barth gegenüber Merkurist. Nachdem sich die Situation kurz vor dem zweiten Lockdown verschlechtert habe, sei ihr der Platz für den Imbissstand in der Robert-Koch-Straße gegenüber der Handwerkskammer Rheinhessen angeboten worden. Schon nach kurzer Zeit habe man sich dann dazu entschieden, den Imbiss dort dauerhaft zu betreiben. „Wir bieten nun einen täglich wechselnden Mittagstisch an und liefern die Gerichte auf Wunsch auch zu den Leuten nach Hause“, so Barth.

Mittlerweile werde das Konzept gut angenommen und es gebe schon etliche Stammkunden. Außer den Klassikern wie Currywurst, Hamburgern und Chicken Nuggets und verschiedenen Getränken bietet „Sottiles Imbiss“ unter anderem hausgemachte Frikadellen, Rindergulasch sowie Putengeschnetzeltes und einen Schnitzeltag am Montag und freitags Backfisch an.

Dabei werde stets alles frisch zubereitet, sagt Barth. Deshalb komme der Kartoffelbrei nicht aus der Tüte, sondern werde mit frischen Kartoffeln zubereitet. Auch beispielsweise die Rouladen würden nicht vorgefertigt eingekauft, sondern stets selbst gerollt und mit frischen Zutaten gefüllt. „Ich koche so, als wenn ich Zuhause wäre“, sagt Barth. Auch die Portionen seien großzügig. Aktuell kostet ein Mittagsgericht 7,90 Euro. Wie Barth sagt, sei der Imbiss für die Mitarbeiter der Handwerkskammer inzwischen schon zu einem Kantinenersatz geworden. Und daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. „Der Imbiss bleibt nun auf jeden Fall dauerhaft am Standort in der Robert-Koch-Straße.“

„Sottiles Imbiss“ hat Montag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr geöffnet und samstags von 11 bis 14 Uhr. Weitere Infos findet ihr bei Facebook und auf der Instagramseite des Imbisses.

Logo