Wie steht es um die großen Feste im Sommer?

Gerade in den Sommermonaten stehen in Mainz normalerweise große Feste im Freien an. Doch wegen der Corona-Pandemie müssen Veranstalter und Besucher auch 2021 wieder mit Absagen rechnen. Wie steht es um die Feste und wie planen die Veranstalter?

Wie steht es um die großen Feste im Sommer?

Vor rund eineinhalb Wochen wurde die Mainzer Johannisnacht zum zweiten Mal in Folge abgesagt. Auch im Juni 2021 ist wegen der Corona-Pandemie noch nicht an ein großes Fest mit tausenden Besuchern zu denken (wir berichteten). „Leicht fällt diese Entscheidung niemandem, aber alles andere wäre angesichts der weiterhin angespannten Lage nicht zu verantworten“, sagte Festdezernentin Marianne Grosse (SPD) damals zur Absage. Nun könnte die Pandemie auch andere Feste treffen.

Die Mainzer Bierbörse zum Beispiel soll eigentlich vom 9. bis 11. Juli am Rheinufer stattfinden. Für Veranstalter Bernd Noll von der Alpha Marketing GmbH aus Worms drängt die Zeit. Er sagt gegenüber Merkurist: „Wir müssen bis allerspätestens 25. Mai eine Entscheidung treffen.“ Und dieser Zeitpunkt sei bereits „mutig und sportlich“, so Noll. Denn in der Regel benötigt das Bierbörsen-Team rund vier Monate für die Vorbereitungen und Planung des Events. „Wir würden jedoch alle Hebel in Bewegung setzen, wenn es eine Möglichkeit gäbe, die Mainzer Bierbörse in diesem Jahr wieder durchzuführen“, sagt Noll.

Nachholtermin schwer vorstellbar

Bund und Land müssten nun vorgeben, welche Rahmenbedingungen im Juli für Veranstaltungen gelten und regeln, was überhaupt an Feiern und Festen möglich ist. Die Bundesnotbremse, die strenge Kontaktbeschränkungen vorschreibt, gilt jedoch nach aktuellem Stand nur bis Ende Juni. Vorstellbar seien einige Szenarien, sagt Bernd Noll. Doch die müssten eben auch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn ergeben. Einen Nachholtermin zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr hält Noll „aus verschiedenen Gründen“ für schwer vorstellbar.

Dabei drängt die Zeit, denn Schausteller und Veranstalter können schon über ein Jahr keine Events ausrichten. Im Fall von Bernd Nolls Sommerevents im Freien sogar schon seit Oktober 2019 – da war von Corona noch keine Rede und Noll ging davon aus, bei wärmeren Temperaturen wieder Veranstaltungen und Events durchführen zu können. Für ihn wäre eine Absage der Bierbörse 2021 „ein weiterer herber Rückschlag“. Nicht nur aus finanzieller Sicht: Auch, weil Aussichtslosigkeit und Ungewissheit immer mehr an den Nerven zehren und den Durchhaltewillen schmälern, wie Noll sagt.

Zeit drängt auch bei anderen Festen

Noch etwas später, vom 30. Juli bis zum 1. August, sollen die Mainzer Sommerlichter über die Bühne gehen. Beim Veranstalter „mainzplus Citymarketing“ herrscht ebenfalls noch Unsicherheit, ob das Fest stattfinden kann. Laut einer Sprecherin des Veranstalters fahre man derzeit „auf Sicht“ und reagiere auf die aktuelle Entwicklung. Gleiches gelte für den Mainzer Weinmarkt, der traditionell am letzten August- und am ersten September-Wochenende stattfindet. Der Vorsitzende der Mainzer Schausteller, Marco Sottile, sagte vor wenigen Tagen erst gegenüber Merkurist, dass er selbst die Ausrichtung des Mainzer Weinmarkts im Spätsommer derzeit für nicht besonders realistisch hält (wir berichteten).

Selbst mit einem eingezäunten Gelände und Zeitvorgaben für die Besucher sei eine Durchführung schwer vorstellbar. Es sei schlicht und ergreifend zu schwer zu kontrollieren, wie lange die Besucher sich auf dem Festgelände aufhielten. Machbar seien aber sicherlich wieder einzelne Stadtteilkerben, wie sie 2020 zum Beispiel in Mombach stattgefunden haben, sagt Sottile. Diese kleinen Veranstaltungsgelände seien überschaubar und gut zu kontrollieren.

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