Hitze: Viele Menschen im Mainzer Krankenhaus

Auffallend viele Menschen in Deutschland starben im Juli, Experten vermuten die anhaltende Hitze als einen der Gründe. Wie sehr leiden die Mainzer unter den hohen Temperaturen? Wir haben im Krankenhaus nachgefragt.

Hitze: Viele Menschen im Mainzer Krankenhaus

Wahrscheinlich wegen der anhaltenden Hitze sind im Juli mehr Menschen gestorben, als im Mittel der Jahre 2018 bis 2021. So meldete das Statistische Bundesamt kürzlich, dass die Sterbequote in Deutschland um zwölf Prozent höher lag. Insgesamt wurden 85.285 Todesfälle gezählt, 9130 mehr als der Durchschnittswert. Auffällig: Laut dem Bundesamt waren die Zahlen vor allem in Phasen sehr hoher Temperaturen erhöht, teilweise um 24 Prozent.

Es sei zwar nicht außergewöhnlich, dass bei Hitzewellen die Sterbezahlen steigen, doch dieses Mal sei das in besonders vielen Wochen der Fall, so das Amt. Denn permanent heiße Temperaturen können für den Körper sehr belastend sein. Vor allem Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen oder mit Erkrankungen der Atemwegsorgane sind dann betroffen.

Jeden Tag Patienten wegen Kreislaufstörungen

So müssen auch im Mainzer Marienhaus aktuell zahlreiche Menschen wegen Hitzefolgen behandelt werden: „In unsere Ambulanz kommen jeden Tag Patienten mit sogenannten hitzeassoziierten Kreislaufregulationsstörungen“, berichtet Dietmar Bochert, Pressesprecher der Marienhaus-Gruppe. Ungewöhnlich sei das jedoch nicht: „Im Vergleich zu anderen Hitzeperioden vorangegangener Jahre zeigt sich hier keine Veränderung.“ Die Zahl der Patienten lasse sich weiterhin „sehr gut bewältigen“, so Bochert.

Ist die Temperatur besonders hoch, belastet das den Körper und er versucht, entsprechend zu reagieren: Er will die steigende Körpertemperatur kontrollieren, indem er vor allem Arme und Beine stärker durchblutet. „Dies sorgt bereits im Ruhezustand, also beim entspannten Sitzen oder Liegen, für einen höheren Energieverbrauch“, erklärt Bochert. Wird der Körper dann noch weiter belastet, körperlich oder geistig, belaste das Herz und Kreislauf zusätzlich. Erst fühlt man sich müde, bekommt Kopfschmerzen und kann sich schlechter konzentrieren.

Dann sei es wichtig, dass man sich ausruhe, kühlere Bereiche aufsuche und Flüssigkeit zu sich nehme. „Fehlt eine zusätzliche Regeneration, kann dies zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen wie Kreislaufversagen, Nierenversagen oder gar einem Infarkt führen. Erst recht, wenn hier eine Vorerkrankung vorliegt“, so Bochert. Gefährdet sind dann vor allem ältere Menschen, da sie oft ein geringer ausgeprägtes Durstgefühl haben und prinzipiell oft zu wenig trinken.

Hitze auch im Krankenhaus herausfordernd

Auch im Krankenhaus sei die tägliche Arbeit für Mitarbeiter und Patienten insbesondere bei der großen Hitze eine Herausforderung, sagt Bochert. Daher achte man mit verschiedenen Maßnahmen darauf, dass weder Patienten noch Mitarbeiter an der Hitze leiden. So sei das komplette Haus mit Lüftungsanlagen ausgestattet und teilweise klimatisiert. Getränke stünden immer bereit, Patienten könnten Kühlschränke nutzen, die Bettwäsche werde öfter gewechselt. Auch Kühl-Akkus und kalte Handtücher sowie Eis werde angeboten. „Für alle Patienten besteht die Möglichkeit, sofern medizinisch möglich, die Außenbereiche wie Balkone und unsere Gartenanlage aufzusuchen“, ergänzt der Pressesprecher.

Ein „höheres Augenmerk“ werde dabei auf die Patienten gelegt, die aufgrund ihrer Vorerkrankung besonders gefährdet sind. Und: Kinder und ältere Menschen würden immer wieder dazu motiviert, das Trinken nicht zu vernachlässigen.

Logo