Steigende Energiepreise sorgen für Boom bei Mainzer Solarunternehmen

Zwei von 16 Millionen Häusern in Deutschland sind mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Nun wollen die Deutschen möglichst schnell unabhängig in ihrer Stromversorgung werden. Kann das funktionieren? Das sagt ein Mainzer Solarunternehmen dazu.

Steigende Energiepreise sorgen für Boom bei Mainzer Solarunternehmen

Vor einem Jahr erst gegründet, schlägt das Mainzer Unternehmen Solaris Power AG jetzt schon einen steilen Weg nach oben ein. 1500 neue Photovoltaik (PV)-Anlagen sollen in den kommenden 18 Monaten installiert werden, so das gesetzte Ziel. Aktuell seien lediglich zwei von 16 Millionen Einfamilienhäusern in Deutschland mit PV-Anlagen ausgestattet. „Wir möchten unseren Teil dazu beitragen, dass möglichst schnell möglichst viele Solaranlagen auf deutsche Dächer kommen“, so die Gründer Uwe Pollierer und Dustin Strübel. Warum ihnen das nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen so wichtig ist, erklären sie im Merkurist-Gespräch.

Merkurist: Herr Pollierer, Herr Strübel, Sie haben Ihr Unternehmen vor erst einem Jahr gegründet. Wie läuft das Geschäft?

Die Nachfrage nach PV-Anlagen ist sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich sehr hoch. Auch Nachfragen aus dem öffentlichen Bereich sind vorhanden, verlaufen erfahrungsgemäß jedoch entsprechend langsamer. Besonders stark nimmt die Nachfrage aktuell bei Gewerbekunden zu. Wir beschäftigen, inklusive der angeschlossenen Unternehmen, derzeit 25 Mitarbeiter. Bis zum Ende des Jahres wird der Mitarbeiterstamm um weitere 30 Mitarbeiter, vor allem im Bereich Montage, aufgestockt. Dabei ist es uns jedoch sehr wichtig, dass wir als gesamtes Unternehmen kontrolliert und nachhaltig wachsen.

Laut dem Bundesverband Solarwirtschaft wurden im vergangenen Jahr ein Viertel mehr Solaranlagen installiert als im Vorjahr, insgesamt 184.000. Zehn Prozent der verbrauchten Kilowattstunden stammt aus Sonnenenergie. „Wir brauchen einen Solar-Boom“, sagt die Vorsitzende. Sehen Sie das auch?

Wir merken, dass sich vor allem die Nachfrage nach Anlagen mit Not- oder Ersatzstrom verstärkt hat. Daraus lässt sich schließen, dass die Menschen noch intensiver über die Notwendigkeit einer PV-Anlage nachdenken. Der Krieg in der Ukraine hat die Nachfrage nach PV-Anlagen nicht wesentlich erhöht, sehr verstärkt wurde sie jedoch durch die ständig steigenden Energiepreise. Die Nachfrage wird künftig noch deutlich steigen, davon gehen wir aus. Wir finden es wichtig, dass durch die dezentrale Erzeugung von nachhaltigem Sonnenstrom ein aktiver Beitrag zum Schutz unseres Planeten geleistet wird, für heute und für zukünftige Generationen.

Können Sie denn die aktuell hohe Nachfrage bedienen?

Kurz beantwortet, ja. Allerdings ist es auch für uns nicht immer einfach. Insbesondere die Einschränkung durch das fast vollständige Erliegen der Lieferketten macht auch uns zu schaffen. Ein gutes Einkaufsmanagement und eine ausreichende Lagerhaltung versetzen uns jedoch in die Lage die Aufträge, teilweise mit leichten Verzögerungen, auszuführen.

Wie sehen Sie in die Zukunft: Wann werden die herkömmlichen Energieträger durch alternative ersetzt werden?

Für unser Unternehmen sehen wir sehr positiv in die Zukunft. Steigende Energiekosten und ein immer größer werdendes Bewusstsein für den Umwelt- und Klimaschutz steigern die Nachfrage nach PV-Anlagen enorm. Ein vollständiger Ersatz der herkömmlichen Energieträger durch neue, umweltgerechte Energien wird vermutlich aber noch 10 bis 15 Jahre dauern. Photovoltaik inklusive Speicher wird hier eine wesentliche Stellung im Energiemix einnehmen, insbesondere bei dezentraler und kostengünstiger Energieversorgung – in einem Ausmaß von 30 bis 35 Prozent.

Vielen Dank für das Gespräch.

Logo