Doppelmord bei Kusel: Mainzer Polizist mit bewegendem Post

Der Mainzer Polizeisprecher Rinaldo Roberto hat sich bei Facebook zum Mord an zwei Polizeibeamten bei Kusel geäußert. In bewegenden Worten beschreibt er, welche Gedanken sich wohl gerade viele Polizisten machen.

Doppelmord bei Kusel: Mainzer Polizist mit bewegendem Post

Auch zwei Tage nach dem erschütternden Mord an einer Polizistin (24) und ihrem Polizeikollegen (29) bei Kusel bewegt der Fall noch immer viele Menschen in Deutschland. Bei einer Fahrzeugkontrolle wurden die Beamten mit Kopfschüssen getötet, dieses und weitere erschütternde Details veröffentlichten Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz am Dienstag (wir berichteten).

Beleidigt, angegriffen, verletzt

Auch Mainzer Polizeibeamte zeigten sich nach dem Doppelmord in Kusel erschüttert. Einer von ihnen hat sich nun in einem bewegenden Facebook-Post auf seinem Privatprofil geäußert: Rinaldo Roberto. Der heutige Polizeipressesprecher war vor dieser Tätigkeit 17 Jahre im Altstadtrevier in der Mainzer Weißliliengasse. Auch er war als Polizeibeamter auf Streife, wie er schreibt. „Ich war Kollege, Freund, Kumpel, Partner. Wir haben jeden Tag versucht, die Welt ein bisschen besser zu machen. Den Menschen zu helfen, sie zu schützen, aber auch von Bösem abzuhalten.“ Dabei durchlief Roberto viele Dienstgrade, vom „Anfänger“, wie er schreibt, bis zum Dienstgruppenleiter.

„Auch wenn wir Gefahren immer im Blick hatten, immer eine Hand an der Waffe, war dieser Gedanke so unvorstellbar, so abwegig, dass es nie Thema war. Bis zu diesem Montag.“ - Rinaldo Roberto

Bereits damals sei der Polizeiberuf schon „anstrengend, kritisch und unvorhersehbar“ gewesen. „Es war auch gefährlich. Wir wurden beleidigt, angespuckt, angegriffen, verletzt. Mit Fäusten, Autos und Klingen. Aber niemals, wirklich niemals hat jemand auf mich, auf uns geschossen“, erinnert sich Roberto zurück. „Auch wenn wir Gefahren immer im Blick hatten, immer eine Hand an der Waffe, war dieser Gedanke so unvorstellbar, so abwegig, dass es nie Thema war. Bis zu diesem Montag.“

Umso härter treffe der Doppelmord mit seiner „so unvorstellbaren Wucht“ nun Roberto und seine Polizei-Kollegen. So sehr, dass ihm jegliche Idee zum Umgang mit der Situation fehlt, schreibt er. Gerne wäre er nun auf seiner alten Dienststelle, um dort bei seinen alten Kollegen zu sein – um zu sehen, wie sie sich wieder aufrappeln. Wie sie nun mit der Situation umgehen werden? Rinaldo Roberto sagt: „Jetzt erst Recht. Wir werden nicht aufhören zu versuchen, die Welt jeden Tag ein Stückchen besser zu machen.“

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