Eine neue Initiative in Mainz verbindet die lokale Gastroszene mit einem Hilfsprojekt in Kenia. Der vom Mainzer Julian Rollshausen und anderen gegründete Verein „Smiles Africa e.V.“ sammelt gemeinsam mit Wirten wie Oliver Beck von der Neustadt-Kneipe „Die Kugel“ Spenden, um Kindern im Slum Korogocho eine Zukunft zu ermöglichen. Das Ziel der aktuellen Kampagne: 10.000 Euro für Studienplätze.
Das Geld werde dringend benötigt, da mehr vom Verein betreute Jugendliche als erwartet die Qualifikation für ein Universitätsstudium erreicht hätten. „Wir planen mit jedem, den wir aufnehmen in unser Projekt, dass diese Person theoretisch gesehen zu einem Master-Abschluss kommen kann“, erklärt Julian Rollshausen von „Smiles Africa“ gegenüber Merkurist. Die Kosten für das Studium seien jedoch deutlich höher als für die Schulbildung. „Es ist schön und frustrierend zugleich“, erklärt Rollshausen. „Jede Chance auf einen Studienplatz ist wunderbar, aber finanziell stellt es uns vor große Probleme.“
Um das Ziel zu erreichen, haben Mainzer Gastronomen eine besondere Aktion gestartet. In teilnehmenden Lokalen wie zum Beispiel „Die Kugel“, „Beim Budiker“ oder dem „Jack Inn“ liegen spezielle Bierdeckel aus. Über einen QR-Code darauf gelangen Gäste direkt zur Spendenseite. Plakate in den Läden sollen zusätzlich für Aufmerksamkeit sorgen.
Bildung als Weg aus der Armut
Der Verein „Smiles Africa“ unterstützt seit 2016 Kinder im drittgrößten Slum Nairobis, Korogocho. Der Name bedeutet übersetzt „Chaos“ oder „Müll“. Dort leben rund 300.000 Menschen auf engstem Raum, viele Familien müssen mit zwei Dollar am Tag auskommen. „Smiles Africa e.V.“ finanziert nicht nur Schulgebühren, sondern sorgt mit Sozialarbeitern und Mentoring-Programmen dafür, dass die Kinder dem Alltag aus Armut und Kriminalität entkommen können.
Mainzer Wirte wollen Aufmerksamkeit schaffen
Für Gastronom Oliver Beck war die persönliche Verbindung zum Mainzer Verein entscheidend, wie er sagt. Er wolle schon länger spenden, sei sich bei großen Organisationen aber unsicher, wo das Geld letztlich ankommt. „Das war für uns der überzeugende Faktor, dass wir mit Julian eine Person haben, mit der wir darüber sprechen können“, sagt Beck. Nun wollen er und seine Gastro-Kollegen ihre Reichweite nutzen: „Das Beste, was wir als Gastronomen machen können, ist es, Aufmerksamkeit auf das Projekt zu lenken“, sagt Beck.
Die Initiatoren hoffen, dass sich weitere Mainzer Gastronomiebetriebe der Aktion anschließen. Der Appell richte sich aber an alle Ladenbetreiber in Mainz. Es gehe darum, ein Bewusstsein zu schaffen und zu zeigen, dass auch kleine Beiträge eine große Wirkung haben können.
Hier könnt ihr die Spendenkampagne unterstützen.
Weitere Informationen zur Kampagne und zum Verein „Smiles Africa e.V.“ findet ihr auf der Website des Vereins.