Mainzer Tierschutzverein zu Feuerwerk: „Dem Unsinn ein Ende setzen“

Für Wild- und Haustiere bedeutet Feuerwerk enormen Stress. Der Lärm, die Lichtblitze und der Geruch nach Feuer mache sie panisch, warnt der Mainzer Tierschutzverein. Auch liegengelassener Müll kann fatale Folgen haben.

Mainzer Tierschutzverein zu Feuerwerk: „Dem Unsinn ein Ende setzen“

Hunde, die aus Angst weglaufen, Katzen, die auf der Straße überfahren werden, und Wildvögel, die orientierungslos gegen Fensterscheiben krachen: Die Silvesterzeit sei für die meisten Tiere eine „Katastrophe“, sagt Christine Plank, Vorsitzende des Tierschutzvereins Mainz, der auch das Tierheim betreibt.

Wie sie an den eigenen Heimtieren gesehen hat, geraten Hunde, Katzen und Hühner in Panik, sobald das Böllern losgeht. „Einer unserer Hunde hat vor lauter Angst seinen Zwinger zerstört und die Klinke abgerissen, viele Katzen mussten sich übergeben“, berichtet sie. Noch bis in den Nachmittag hinein seien die Tiere verstört gewesen. „Man sieht ihnen die Erlebnisse der Nacht an, sie sind unglaublich müde und heiser vom vielen Bellen.“

Auch Hunde, die weggelaufen sind und orientierungslos durch die Straßen irrten, wurden bereits im Tierheim abgegeben. In den sozialen Medien appelliert sie daher an die Menschen, auf das Böllern künftig zu verzichten, von den Behörden fordert sie, „dem Unsinn ein Ende zu setzen“ (wir berichteten).

Tiere irren orientierungslos herum

In die Wildtierstation haben Menschen im Lauf des 1. Januars etliche Tauben gebracht, die bei dem Lärm aufgeflogen und im Dunkeln gegen Fenster oder Mauern geprallt sind. „Meistens kommt jede Hilfe für die Tiere zu spät“, sagt Plank. Ihre Mitarbeiter haben zudem beobachtet, wie Wildtiere, die eigentlich im Winterschlaf sind, herumgeirrt seien, etwa Fledermäuse oder Igel. „Das Aufwachen kostet sie eine Menge Energie, das können sie nicht mehr aufholen“, erklärt eine Mitarbeiterin in der Wildtierstation gegenüber Merkurist.

Darüber hinaus würden viele Tiere an Herzstillstand sterben oder verletzt irgendwo verenden. „Die meisten Tiere ziehen sich dann zurück“, so Plank. Anders als viele Haustiere haben sie keinen geschützten Raum mit dreifach verglasten Fenstern und Rolladen. Einige Mainzer Hundebesitzer flüchteten sogar mit ihren Tieren zum Frankfurter Flughafen, da dort kein Feuerwerk gezündet werden darf.

Keine Raketen an Wäldern und Parks zünden

So bittet auch der Deutsche Jagdverband darum, nie Raketen an Waldrändern, in der Feldflur oder in Parkanlagen zu zünden. „Die grellen Lichtblitze, das laute Knallen und der beißende Rauch kann bei Wildtieren Stress und Panik auslösen“, heißt es von Seiten des Vereins. Zudem können Reste von Böllern und Raketen aus Plastik oder Metall schwere Verletzungen hervorrufen. So könnten Kunststoffkappen beispielsweise zu Magen- und Darmverschlüssen führen, Metallhülsen zu schlecht heilenden Schnittwunden. Reste sollten daher immer eingesammelt und entsorgt werden.

In Mainz, so Plank, sei auch der Rhein sensibles Gebiet. Hier leben zahlreiche Wasservögel, die am Boden oder in den Bäumen übernachten. Auch sie leiden unter dem Lärm und der Luftverschmutzung. „Feuerwerke sind rücksichtslos und egoistisch“, sagt sie rigoros – und fordert, wenigstens vor Tierheimen, Wildparks und Zoos sowie in Naturschutzgebieten Rücksicht auf die Tiere zu nehmen.

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