Hass-Brief an Mainzer Tierheim verschickt

Das Mainzer Tierheim hat in den vergangenen Tagen einen besonders aggressiven Hassbrief erhalten. Merkurist hat mit der Vorsitzenden des Mainzer Tierschutzvereins, Christine Plank, darüber gesprochen.

Hass-Brief an Mainzer Tierheim verschickt

Aus Sicht des Mainzer Tierheims startete das Jahr 2023 schon nicht gut: Als „rücksichtslos und egoistisch“ bezeichneten Tierheim-Mitarbeiter in den sozialen Medien das „stundenlange extreme Geböller“ in der Silvesternacht. Sie forderten, wenigstens vor Tierheimen, Wildparks und Zoos sowie in Naturschutzgebieten Rücksicht auf die Tiere zu nehmen. Eine Rückmeldung zu Aussagen wie dieser erhielt das Tierheim dann in der vergangenen Woche, als ein aggressiver Brief das Team erreichte.

Das Schreiben ist an die Vorsitzende des Mainzer Tierschutzvereins, Christine Plank, gerichtet, zu lesen sind Sätze wie „Ich kann das ewige Gekotze von Feinstaub und verängstigten Tieren nicht mehr hören. Feuerwerk gabs immer.“ Zudem bezeichnet der Verfasser die Tiere als „Scheißmaschinen“ und fordert, das Tierheim solle den Tieren „Psychopharmaka“ unters Futter mischen, um die Tiere so ruhigzustellen.

So reagiert das Mainzer Tierheim

Dass noch richtige Briefe mit Beschimpfungen oder Verunglimpfungen das Mainzer Tierheim erreichen, sei inzwischen eine Seltenheit, berichtet Christine Plank im Gespräch mit Merkurist. „Uns erreichen dann eher böse Mails oder Nachrichten auf sozialen Medien wie Instagram oder Facebook.“ Aus der Bahn werfen würden solche Anfeindungen die Belegschaft des Tierheims nicht, dennoch frage sie sich, was in Menschen wie dem Autor des aktuellen Briefes vorgehe, sagt sie.

„Wenn Menschen sich an uns wenden und Fragen stellen, dann antworten wir natürlich. Wenn ein Brief aber in einem solchen Ton geschrieben ist oder unter die Gürtellinie geht, dann sparen wir uns das“, so Plank. In anderen Fällen seien Drohmails an das Mainzer Tierheim schon zur Anzeige gebracht worden, in diesem Fall seien keine konkreten Drohungen ausgesprochen worden, daher habe man sich dazu entschieden, den Brief öffentlich zu machen, aber die Polizei nicht einzuschalten. „Normalerweise bieten wir Hass keine Bühne, in diesem Fall haben wir uns aber für die Veröffentlichung entschieden, weil das Thema Böller und Feuerwerk an Silvester gerade eh diskutiert wird.“ Plank und ihr Team möchten nun das Positive in dem Brief sehen: Immerhin könne man somit Aufmerksamkeit für die Arbeit des Tierheims generieren.

Der Brief ist übrigens auch Thema in der neuen Folge des Podcasts „Tierheim Mainz, der Podcast.“ Die aktuelle Folge heißt „Willkommen 2023“.

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