Feuerwerk-Verbot an Silvester? Darauf können sich die Mainzer einstellen

Der Jahreswechsel rückt näher und viele Leute wollen 2023 mit Raketen und Böllern begrüßen. Andere wiederum kritisieren das Abbrennen von privatem Feuerwerk und sehen die Stadt Mainz in der Verantwortung zu handeln.

Feuerwerk-Verbot an Silvester? Darauf können sich die Mainzer einstellen

Versammlungsverbot und kein Verkauf von Feuerwerk: Wer die letzten zwei Jahre am 31. Dezember um Mitternacht in den Himmel schaute, konnte nur vereinzelt Silvesterraketen und Böller beobachten. Nur wer noch altes Feuerwerk aus den vergangenen Jahren vorrätig hatte, durfte dieses zünden. Weniger Böller und Raketen auf den Straßen bedeuteten damals weniger Verletzungsrisiken und somit Entlastung für die sowieso bereits überlasteten Rettungsdienste und Notaufnahmen. Doch wie wird es nun dieses Jahr in Mainz?

Es wird wieder laut

Wie ein Sprecher der Stadt Mainz mitteilt, werde das Abbrennen von privatem Feuerwerk dieses Silvester wieder erlaubt sein. So könne das ladenübliche Silvester-Kleinfeuerwerk auch dieses Jahr am 31. Dezember 2022 sowie am 1. Januar 2023 wie schon vor der Pandemie erworben und gezündet werden. Verboten bleibe weiterhin das Zünden von Feuerwerkskörpern „in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern“. Bei Regelverstößen kann es in Einzelfällen zu einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro kommen.

„Hier ist aber jede/r Bürger:in aufgerufen, diese Entscheidung für sich selbst im privaten Umfeld zu treffen“ – Pressestelle Mainz

Ein komplettes Verbot von privatem Feuerwerk, wie es zuletzt das „Kolibri-Kollektiv“ zusammen mit 6000 Unterzeichnern der Petition „Schluss mit privatem Feuerwerk in Mainz!“ forderte (wir berichteten), schließt die Stadt Mainz aus. Obwohl der Vorschlag, der beispielsweise die Reduzierung von Verletzungs- und Brandgefahren sowie den Schutz der Umwelt beinhaltet, unterstützt werde, habe die Stadt keinen Einfluss auf die privaten Entscheidungen der Bürger. Man könne nur appellieren, auf Feuerwerk zu verzichten, so der Sprecher.

Rückschlag für die Kolibris

Beim Kolibri-Kollektiv zeigt man sich indes bestürzt und verärgert über die Aussage der Stadt Mainz. Es bei einem Appell zu belassen und sich von einem Verbot zu distanzieren, sei „ein Armutszeugnis“ und „ein Schlag ins Gesicht für alle, die Jahr für Jahr unter privatem Feuerwerk leiden“. Auch die „Behauptung“, nicht eingreifen zu können, verurteilen die Kolibris.

„Die Stadt Mainz ist daher klar in der Verantwortung zu handeln!“ - das Kolibri-Kollektiv

Demnach stünde es Städten und Kommunen frei, selbst zu entscheiden, privates Feuerwerk zu erlauben oder auch zu untersagen. Diese Entscheidung an die Bürger der Stadt Mainz abzutreten, bedeute für die Stadtverwaltung, so die Kolibris, sich so aus der Verantwortung zu ziehen. „Ein Appell allein wird jedenfalls nicht ausreichen, um das Verhalten der Menschen zu ändern. Es hat schließlich auch seinen Grund, weshalb die Stadt nicht nur an Autofahrer:innen appelliert, sich an Geschwindigkeitsbeschränkungen zu halten, sondern Übertretungen per Gesetz verbietet“, schreibt das Kolibri-Kollektiv. Das Abbrennen von privatem Feuerwerk stelle „eine vermeidbare Gefahr für die Gesundheit vieler tausend Menschen und Tiere“ dar, weshalb das Kolibri-Kollektiv die Stadt Mainz auffordert, hier „ebenso konsequent vorzugehen“.

Verbotszonen in anderen Städten

Der Appell eines Feuerwerkverbots findet in Deutschland indes immer mehr Befürworter und wird von Organisationen und Umweltverbänden zunehmend eingefordert. Auch der Naturschutzverband NABU machte sich zuletzt für ein Verbot stark und wies auf die enormen Auswirkungen auf Wildtiere und besonders auf Vögel hin.

Ganz ungehört scheinen die Forderungen nach einer strengeren Feuerwerksregelung aber nicht zu bleiben. Viele Großstädte wie Berlin, Köln und auch München haben inzwischen festgelegte Verbotszonen haben. Ob solche Zonen in Zukunft auch für Mainz geplant sind, bleibt abzuwarten.

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