Die dunkle Seite des Erfolgs

Zwei Freunde werden zu Geschäftskollegen und entwickeln ein Online-Portal. Doch der Erfolg stellt bald ihre Freundschaft auf die Probe. Zwischen Macht und Geld steht im neuen Musical der Showbühne immer wieder die Internet-Community „Fakebook“.

Die dunkle Seite des Erfolgs

In einer Anwaltskanzlei sitzen John und Ralph einander an einem langen Tisch gegenüber, um das Ende ihres gemeinsamen Weges zu besiegeln. Während John kühl und abgeklärt wirkt, scheint Ralph zu zweifeln. Immer wieder schweift sein Blick vom Vertrag in seinen Händen zum Gesicht seines Freundes, den er nicht mehr wiederzuerkennen scheint. Mit dieser Szene beginnt „Die 7 Todsünden“, das aktuelle Musical der Mainzer Showbühne.

Geld, Macht und Freundschaft

Am Mittwochabend proben die Darsteller gemeinsam mit Orchester und Chor unter der Leitung von Gerd Greis und Daniela Wagner für die Uraufführung des Stücks, die am Samstagabend im Frankfurter Hof stattfindet. „Die 7 Todsünden“ erzählt die Geschichte von John und Ralph (gespielt von Sebastian W. Wagner und Patrick Twinem), zweier Freunde, die gemeinsam ein Start-up gründen und damit zunächst schnell Erfolg haben.

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Doch bald korrumpieren Macht und Geld ihre Freundschaft. „John verliert die Bodenhaftung, den Blick für seine Grenzen und alle Zurückhaltung“, erklärt Wagner, der auch für Drehbuch, Musik und Regie verantwortlich ist. „Und so dekliniert er die sieben Todsünden alle durch.“ Dabei fängt alles so gut an: Während eines Scharadespiels mit ihrer Jugendfreundin Jennifer (Jessica Krüger) kommen die beiden Freunde auf eine Idee: „Was wäre, wenn jeder sein kann, was er will?“ Was im realen Leben nicht möglich ist, kann im virtuellen Raum durchaus funktionieren.

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In Ralphs Zimmer entwickeln sie ein soziales Netzwerk, ohne Klarnamen, reale Bilder oder sonstige Hinweise auf die eigentliche Identität der Nutzer. Jeder kann sich genau so darstellen, wie er möchte. „Fakebook“, ihr Portal, erreicht schnell eine große Zahl an Mitgliedern und wird von einer kleinen Internetspielerei zur mächtigen Aktiengesellschaft.

Reale Geschichten als Blaupause

„Die zwei Blaupausen, auf denen die Geschichte aufbaut, waren die beiden großen Analogien der Gegenwart, die Geschichte von Steve Jobs und Steve Wozniak und natürlich die von Mark Zuckerberg“, erklärt Wagner seine Idee. Jobs und Wozniak gründeten gemeinsam mit Ron Wayne den Apple-Konzern, Zuckerberg ist Gründer und Vorstandsvorsitzender von Facebook. „Neben der Geschichte von John und Ralph ist vor allem 'Fakebook' ein wichtiges Motiv“, erzählt Wagner. „Was passiert, wenn man sich völlig anonym im virtuellen Raum bewegt? Wenn es keine Konsequenzen für das eigene Verhalten gibt?“

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Seit dem Auszug aus der Großen Bleiche im vergangenen Jahr ist das Team um die Showbühne ein gemeinnütziger Verein und kann dank Förderern weiterhin Stücke auf die Bühne bringen. „Wir haben viele Sponsoren, denen wir sehr dankbar sind“, erklärt Wagner. Ebenso begeistert ist er über den Einsatz und das ehrenamtliche Engagement der Mitwirkenden: „Hier steckt viel Leistung der Leute drin. Die Hälfte sind Profis und nehmen sich trotzdem Zeit, das ist schon geil.“

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Die Uraufführung von „Die 7 Todsünden“ findet am Samstag um 20 Uhr in Frankfurter Hof statt, am Sonntag, den 24. September folgt eine weitere Vorstellung um 19 Uhr. Zwei weitere Termine gibt es am 10. und 11. November, jeweils um 20 Uhr in der Sängerhalle in Saulheim. Tickets gibt es an allen Karten-Vorverkaufsstellen und über die Homepage der Mainzer Showbühne.

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