3G an Universitäten: Wer zahlt die verordneten Corona-Tests?

Wenn in wenigen Wochen Präsenzpflicht an der Universität gilt, müssen sich alle Ungeimpften aktuell testen lassen. Genau eine Woche vorher endet das kostenlose Projekt „Testen für alle“. Doch wer kommt dann für die Kosten auf? Wir haben nachgefragt.

3G an Universitäten: Wer zahlt die verordneten Corona-Tests?

Eigentlich wollte Maxim Laborenz an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Physik studieren. Doch nun befürchtet er, dass ihm das teuer zu stehen kommen kann. Denn alle, die weder geimpft noch genesen sind, müssen ein negatives Testergebnis vorweisen, wenn sie eine Veranstaltung besuchen. „Wenn ich jeden Tag mindestens eine Präsenzveranstaltung besuchen würde, wäre ich jeden Tag testpflichtig, also würden mich entweder jede Woche fünf Schnelltests oder zwei PCR-Tests erwarten, da Schnelltests für 24 Stunden und PCR-Tests für drei Tage gültig sind“, so Laborenz.

Nun weiß er nicht, wer für die Kosten der Tests aufkommen wird. Das Studierendenbüro der JGU habe er innerhalb der vergangenen zwei Wochen bereits mehrfach kontaktiert, jedoch bislang keine Rückmeldung erhalten. Für einen Corona-Schnelltest zahlt der Bund momentan zwischen 10 und 20 Euro, für PCR-Tests fallen etwa 45 Euro an. Jedoch kann es sein, dass die Preise nach Ende der kostenlosen Tests steigen werden, wenn die Testzentren schließen und so das Angebot kleiner wird. „Völlig unbezahlbar für mich, sofern ich nicht parallel Vollzeitarbeit aufnehme“, so Laborenz.

Kostenloses Testen nur noch bis 11. Oktober

Das Bundesprojekt „Testen für alle“, das die Kosten eines Tests in den offiziellen Schnellteststellen übernimmt, gilt noch bis zum 11. Oktober, läuft also eine Woche vor dem Start des Wintersemesters aus. „Danach müssen Nicht-Geimpfte ihre Testkosten selbst tragen, sofern sie nicht eine Bestätigung haben, dass eine Impfung nicht möglich ist“, teilt Pauline Kopf von der Pressestelle des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit (MWG) mit. Wer also keine medizinischen Gründe vorlegen kann, muss dann, anders als etwa in Bayern, die geforderten Tests selbst zahlen.

Ob an den Universitäten Teststationen eingerichtet werden, entscheiden die Unis selbst, so Kopf. „Einzelne Hochschulen hatten mit Trägerinnen und Trägern teilweise die Einrichtung von Teststationen vereinbart.“ Die Mainzer Universität sei gerne bereit, interessierten Betreibern von Testzentren Räumlichkeiten auf dem Campus bereitzustellen, sagt Petra Giegerich, Pressesprecherin der JGU. Zudem werde es zu Vorlesungsbeginn erneut ein Impfangebot auf dem Campus geben.

Kontrollen durch Sicherheitsdienst

Laut dem MWG gelte die 3G-Regelung künftig für alle Lehrveranstaltungen vor Ort, nicht jedoch beim Betreten der Gebäude oder anderer Einrichtungen der Hochschulen. Ob die Testpflicht tatsächlich eingehalten wird, müsse die Hochschule vor Ort überprüfen. An der JGU sei ein zentral organisierter Sicherheitsdienst für die Kontrollen zuständig, ist von Seiten der Universität zu erfahren. In Stichproben werde die Einhaltung der 3G-Regeln überprüft. Als Nachweis gelte ein entsprechendes Zertifikat eines negativen PoC-Antigen-Test, durchgeführt von geschultem Personal. „Bei Verstößen gegen die 3G-Regel, das heißt, wenn Teilnehmende kein entsprechendes Zertifikat vorweisen können, nutzt die Johannes Gutenberg-Universität Mainz alle Möglichkeiten des Hausrechts“, so Giegerich. Bei einem einmaligen Verstoß bedeute das insbesondere, dass ein Platzverweis ausgesprochen werde. „Die Veranstaltung und das Gebäude sind unverzüglich zu verlassen.“

Wie viele der Studierenden sich nun tatsächlich regelmäßig testen lassen müssen, kann das Ministerium nicht genau sagen. Umfragen an einigen Universitäten zum Impfstatus hätten aber „sehr hohe Impfquoten“ ergeben. Allein bei den Sonderimpfaktionen an sechs rheinland-pfälzischen Hochschulstandorten seien 12.000 Erst-Impfungen durchgeführt worden - wobei auch Personen über 27 Jahren und Mitarbeiter unabhängig von ihrem Alter eingeladen waren.

Unterdessen wirbt die Universität weiter für Impfungen. In einem Schreiben des Fachbereichs Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an die Studierenden heißt es etwa: „Niemand kann ernsthaft bestreiten, dass die Gefahren einer Erkrankung, die in Ihrer Generation im Vergleich zu unserer statistisch geringer sein mögen […] um ein Vielfaches größer sind als die mit einer Impfung verbundenen minimalen Restrisiken“, so die Verfasser des Schreibens, Dekan Prof. Dr. Roland Euler sowie Prodekan Prof. Dr. Volker Erb. Wer sich impfen lasse, schütze dabei sowohl seine eigene Gesundheit als auch die seiner Mitmenschen. „Denken Sie außerdem daran, welch lästiger Aufwand Ihnen erspart bleibt, wenn Sie als Geimpfte von den Testpflichten befreit sind.“

Logo