Eine selbstbestimmte Geburt, in geschützter Umgebung und außerhalb einer Klinik: In ein paar Wochen wird eine neue Einrichtung eröffnen, die es in Mainz so noch nicht gab. Mehrere Frauen aus der Hebammengemeinschaft „Kokobelly“ haben sich zusammengeschlossen, um das erste Geburtshaus der Stadt zu eröffnen.
„Unser Anliegen ist es, Familien wohnortnah zu begleiten – liebevoll, individuell und mit ganz viel Zeit“, heißt es auf der Webseite der Gemeinschaft. Die Betreuung während der Schwangerschaft, der Geburt und dem Wochenbett werde 1:1 sein, möglich sind Geburten ab der 37. Schwangerschaftswoche.
Zusammenarbeit seit zehn Jahren
Wie Hebamme Jana Hottum gegenüber Merkurist erklärt, arbeiten die neun Kolleginnen bereits seit 2016 zusammen. „Wir betreuen und begleiten viele Familien in der Stadt und außerhalb unserer Praxis in der Neustadt“, so Hottum. Mit dem Geburtshaus wollen sie nun den nächsten „großen Schritt“ gehen.
Übernehmen wollen die Frauen dort künftig die Vorsorge (ohne Ultraschall), die Geburt im Geburtshaus oder zuhause und die Begleitung im Wochenbett. Zu den Angeboten gehören zudem Geburtsvorbereitung, Rückbildung und Beckenbodenkurse sowie Stillgruppen.
Die Kosten für die Begleitung bei der Geburt und im Wochenbett würden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, die Rufbereitschaft anteilig. Empfohlen wird jedoch, dass man an einem digitalen Infoabend teilnimmt, der bereits jetzt jeden zweiten Mittwoch im Monat stattfindet.
Da die Hebammengemeinschaft das Geburtshaus ausschließlich aus eigenen Mitteln aufbaut, bittet sie um Unterstützung. Dazu kann man Mitglied im Förderverein werden oder über eine Crowdfundingaktion spenden.
Das Kokobelly Geburtshaus wird im April 2026 eröffnen und befindet sich dann in Hartenberg-Münchfeld. Alle Infos und Kontakte findet ihr auf der Webseite der Hebammengemeinschaft.