Weisenau: Diese Geheimtipps solltet Ihr kennen

Vielen ist Weisenau vor allem durch seine Lage am Rhein und die leuchtend gelbe Kirche bekannt. Doch in dem Mainzer Stadtteil gibt es noch einige andere schöne und vor allem sehenswerte Ecken.

Weisenau: Diese Geheimtipps solltet Ihr kennen

Ihre gelbe Fassade leuchtet schon von Weitem dem Betrachter entgegen, sogar von der Theodor-Heuss-Brücke ist das Gebäude zu sehen. Die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt ist ein sichtbares Wahrzeichen von Weisenau. Rund 13.000 Menschen leben hier, seit 1930 gehört der Vorort am Rhein zu Mainz.

Das Areal um die spätbarocke Kirche gehört sicherlich zu den schönsten Ecken des Stadtteils. Gerade im Abendlicht kommt die Fassadenfarbe gut zur Geltung. Und auch ein Spaziergang auf den Wegen rund um das Gotteshaus lohnt sich. Schiefe, ältere Häuser reihen sich zum Beispiel in der Jakob-Sieben-Straße und der Burgstraße aneinander und schaffen so eine gemütliche Dorf-Atmosphäre - einen tollen Ausblick auf den Rhein inklusive.

Überhaupt wirkt Weisenau alles andere als großstädtisch. Rund um den Tanzplatz und im alten Ortskern des Stadtteils erinnert vieles an ein Fischerdörfchen, wie auch die Stadt Mainz in ihrem Stadtteilporträt schreibt. Blickfang sind hier die vereinzelten Fachwerkhäuser und der Brunnen auf dem Platz. Und auch ein maritimes Gimmick darf nicht fehlen: Direkt vor der Apotheke am Tanzplatz liegt ein Anker.

Futter für Geschichtsinteressierte

Wer an Geschichtlichem interessiert ist, sollte sich die Gräberstraße am Bettelpfad ansehen. Hier erfährt man einiges über die Bestattungsrituale der Römer, die ihre Toten an verkehrsreichen Straßen begruben - wie hier entlang des Weges, der das Militärlager mit dem Legionslager auf dem Kästrich verband. Damit wollten sie erreichen, dass die Toten nicht in Vergessenheit geraten und Vorbeigehende ihrer gedenken. Wer sich hingegen für die christliche und jüdische Begräbniskultur interessiert, ist am Weisenauer Friedhof an der Portlandstraße richtig. Zwischen den alten Grabsteinen und den dichten Bäumen herrscht eine friedliche Ruhe - da hört der Besucher fast nichts mehr vom Lärm der vielbefahrenen Göttelmannstraße.

Sehenswert ist auch die Weisenauer Synagoge, die im barocken Stil des 18. Jahrhunderts errichtet wurde. In ihr wurden auch zwei rituelle Badestätten, sogenannte Mikwen, entdeckt. Auch die evangelische Gustav-Adolf-Kirche, die 1890/91 errichtet worden ist, bietet Futter für Geschichtsinteressierte.

Im Steinbruch Weisenau wurde früher Kalkstein für die Zementproduktion gewonnen. Heute ist er ein Naherholungsgebiet. Auf dem Geo-Pfad können Besucher einiges über die Gesteinsarten erfahren und nebenbei die Renaturierung des Gebiets begutachten. Gepflegte Wege schlängeln sich durch viel Grün - ein wunderbarer Ort, um dem Alltagsstress zu entfliehen.

Wer dann noch Lust auf einen Spaziergang am Wasser hat, kann zum Rheinufer hinuntergehen. Zwar muss man mit dem Lärm des Bahnverkehrs rechnen, doch der Ausblick auf die beiden Brücken über den Rhein entschädigt etwas. Hier hat man auch einen wunderbaren Blick auf die Feuerwerke, die bei diversen Stadtfesten gezündet werden. Neubürger des Stadtteils werden zudem bei der Kerb traditionell am Ufer mit Wasser aus dem Fluss getauft. (rk)

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