Warum bekommen nicht alle werdenden Eltern einen Geburtstermin in der Unimedizin?

In der 28. Schwangerschaftswoche meldeten sich Merkurist-Leser Marc und seine Frau für die Geburt in der Unimedizin an - doch sie wurden abgelehnt. Was sagt die Uniklinik dazu und wie sieht es am KKM aus?

Warum bekommen nicht alle werdenden Eltern einen Geburtstermin in der Unimedizin?

Merkurist-Leser Marc und seine Frau freuen sich auf Nachwuchs. Doch was sie bei der Anmeldung der Geburt erlebten, verärgert den werdenden Vater. Denn einen Termin in ihrer Wunschklinik, der Unimedizin Mainz, bekam das Paar nicht - obwohl sich die beiden rechtzeitig, mit drei Monaten Vorlauf, meldeten.

Wegen eines Vorfalls im engen Freundeskreis entschieden sich Marc und seine Frau für eine Entbindung in der Unimedizin. „Unsere Freunde hatten sich für eine Entbindung im Katholischen Klinikum Mainz (KKM) entschieden. Während der Geburt kam es zu Komplikationen, das Neugeborene wurde daraufhin direkt in die Intensivstation der Uniklinik verlegt und die Mutter blieb im KKM.“ Dies wollte das Paar so nicht erleben und deshalb direkt in die Uniklinik gehen, damit Mutter und Kind bei solch einer Situation an einem Ort sind.

Wie auf der Homepage der Frauenklinik zu lesen ist, sollen werdende Eltern die Geburt etwa in der 28. Schwangerschaftswoche anmelden. „Meine Frau besucht zur Zeit einen Sportkurs für Schwangere. Vier der sechs anwesenden Frauen haben dieselbe Geschichte erlebt: Sie haben sich alle entsprechend der Anweisung auf der Homepage rechtzeitig telefonisch anmelden wollen und wurden abgelehnt“, berichtet Marc.

Corona-Pandemie sorgt für Wirbel

Wie sich herausstellt, sorgt auch hier die Corona-Pandemie für Wirbel. Barbara Reinke, Sprecherin der Unimedizin, sagt gegenüber Merkurist: „Die Anzahl der ambulanten Geburten hat während der Corona-Pandemie in begrenztem Maß zugenommen. Die Nachfrage an Geburten in der Universitätsmedizin Mainz ist jedoch weiterhin groß. Sie kann allerdings leider nicht vollumfänglich bedient werden, sodass Anmeldungen von Schwangeren ohne besondere Risiken nicht in jedem Fall berücksichtigt werden können.“ Und: „Um den hohen Versorgungsstandard aufrecht erhalten zu können, und um auch die Wünsche dieser Gruppe an Schwangeren erfüllen zu können, empfiehlt die Frauenklinik der Universitätsmedizin Mainz eine sehr frühzeitige Geburtsanmeldung.“ Risikoschwangerschaften und Notgeburten werden allerdings uneingeschränkt behandelt und durchgeführt, so Reinke. „Auch andere Formen der Notfallversorgung sind gewährleistet.“

Eine Termin-Garantie gibt es an der Unimedizin also derzeit nicht. Doch wie sieht es dagegen am KKM aus? Professor Dr. Arnd Hönig, Chefarzt an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, sagt: „Momentan gibt es keine Terminengpässe.“ Werdende Eltern sollen sich am besten ab der 32. Schwangerschaftswoche anmelden. „Bei der Anmeldung besteht die Möglichkeit Fragen zur Entbindung und dem Aufenthalt zu stellen.“

Marc und seine Frau haben letztlich dann im KKM einen Termin bekommen. „Meine Frau hat direkt mit einer Hebamme telefoniert, welche bereits am Telefon die Anmeldung übernehmen konnte. Unser Geburtstermin steht für Mitte September an. Wir hoffen darauf, dass die Geburt genauso verläuft, wie die bisherige Schwangerschaft - nämlich problemlos.“ (pk)

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