Offener Brief von Schülern: „Halten es für eine Zumutung“

Abschlussklassen sollen als erste wieder zurück in die Mainzer Schulen. Bei den Schülern sorgen die Pläne für die nächsten Wochen allerdings für große Sorgen: Mit einem offenen Brief wenden sie sich nun an die Stadt Mainz und die Landesregierung.

Offener Brief von Schülern: „Halten es für eine Zumutung“

In der kommenden Woche soll das Schuljahr für Mainzer Schüler der Oberstufe und in den Abschlussklassen wieder langsam starten. Weil den Jugendlichen aber einige Schultage fehlen und Klausuren nachgeholt werden müssen, sehen viele Schüler den nächsten Monaten mit Angst entgegen. Mit ihren Sorgen und Ängsten haben sie sich bereits am Donnerstag in einem offenen Brief an die Stadt Mainz und die Landesregierung gewandt. Unterzeichnet haben den Brief die Vertretungen von dreizehn Schulen, darunter das Rabanus Maurus Gymnasium, das Theresianum und die IGS Mainz-Bretzenheim.

Besonders das Thema Klausuren belastet die Schüler. In dem Brief schreiben sie: „Wir, als Vertretung zahlreicher Mainzer Schüler*innen, halten es für eine Zumutung, dass bis zu den Sommerferien jetzt noch zwingend alle Kursarbeiten geschrieben werden sollen!“ Darin sehen die Schüler nicht nur eine psychische Belastung, auch ist der Klausurenplan „vielerorts gar nicht umsetzbar ohne den gesetzlichen Rahmen von drei Kursarbeiten in der Woche zu sprengen“.

Zudem sei es ihrer Meinung nach keine Option, die Sommerferien zu verkürzen, um die Klausuren nachholen zu können. Denn: „Die Ferien haben wir jetzt alle nötiger denn je!“ Mit diesen Bedenken wenden sich die Schülervertreter an Oberbürgermeister Michael Ebling, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, den Leiter des Schulamts Ulf Cöster und Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig. „Deshalb fordern wir im Namen der Schüler*innen, die wir vertreten, Klausurersatzleistungen zu ermöglichen und zum Beispiel auf mündliche oder praktische Übungen auszuweichen.“ In den Leistungskursen sollte auf eine zweite Leistungsfeststellung verzichtet werden können.

Von dem Brief erhoffen die Schüler sich vor allem eines: Unterstützung. „Um Planungssicherheit zu schaffen, wünschen wir uns schnelle und transparente Entscheidungen, die unsere Anliegen berücksichtigen.“

Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium hat den Brief bekommen. Auf Merkurist-Anfrage erklärt ein Sprecher, dass man sich noch persönlich an die Verfasser wenden werde. Die Sorgen und Ängste der jungen Menschen nehme man sehr ernst. (df)

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