Eltern fordern Lockerungen der Quarantäneregeln in Kitas

Seit Beginn des neuen Schuljahrs gelten in Rheinland-Pfalz auch neue Regeln. Gegen die aktuellen Regelungen protestieren nun Verbände und Landeselternschaft.

Eltern fordern Lockerungen der Quarantäneregeln in Kitas

Regelmäßige Corona-Tests, Mindestabstand, Lüften: Das neue Schuljahr ist zwar in voller Präsenz gestartet, doch Schüler, Lehrer und Eltern müssen sich weiterhin an etliche Regeln und Einschränkungen halten, vor allem in den ersten zwei Wochen.

So dürfen Kinder und Jugendliche bereits bei schwachen Erkältungssymptomen nicht in die Kita oder Schule kommen. Erst wenn sich der Allgemeinzustand nach 24 Stunden deutlich gebessert hat und keine weiteren Krankheitsanzeichen dazugekommen sind, darf die Einrichtung wieder besucht werden.

Wenn ein Kind positiv auf Covid-19 getestet wurde, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt im Einzelfall, für wen und wie lange die Quarantäneregelungen gelten. Diese Uneinheitlichkeit kritisieren sowohl die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) als auch der Philologenverband Rheinland-Pfalz, der Verband der Gymnasiallehrer. Der GEW-Landesvorsitzende Klaus-Peter Hammer etwa sagte gegenüber dem SWR, es müsse einen „klaren Fahrplan bei positiven Fällen geben“. Auch ein Plan der Landesregierung angesichts der steigenden Inzidenzen fehle den Verbänden für die Schulen, so der SWR.

Kinder seien von Corona-Infektionen kaum betroffen

Der Landeselternausschuss der Kitas in Rheinland-Pfalz (LEA) hingegen fordert, die Quarantäneregelungen für Kinder in Kitas und bei der Kindertagespflege zu ändern. „14 Tage Quarantäne für alle Kontaktpersonen sind unverhältnismäßig, das muss gelockert werden“, so der Vorsitzende des LEA, Andreas Winheller.

Der LEA befürchte, dass aufgrund von Reiserückkehrern und sinkender Impfbereitschaft die Infektionszahlen wieder steigen werden und dass „die Zahlen der Kita-Kinder, die auf diese Weise von ihrem Recht auf Bildung auf längere Zeit ausgeschlossen werden, drastisch ansteigen werden.“

Kinder selbst seien von Corona-Infektionen kaum schwer betroffen, die Auswirkungen von sozialer Isolation und mangelnder Teilhabe seien hingegen verheerend. Daher fordert der LEA die Überarbeitung der Quarantäne-Strategie für Kita-Kinder. So sei eine längere Quarantäneanordnung nur gerechtfertigt im Falle einer „besonders besorgniserregenden neuen Virusvariante“ oder eines „besonders besorgniserregenden lokalen Ausbruchsgeschehens.“

Folgende Regelungen gelten darüber hinaus an Schulen in Rheinland-Pfalz:

  • Alle Personen müssen auf dem Schulgelände einen Mindestabstand von 1,50 Meter einhalten.

  • In den Räumen muss eine feste Sitzordnung eingehalten werden, eine Durchmischung der Lerngruppen soll möglichst vermieden werden.

  • Bis zum 10. September gilt Maskenpflicht im gesamten Schulgebäude, inzidenzunabhängig auch während des Unterrichts am Platz. Im Freien entfällt sie.

  • Die Räume sollen regelmäßig und intensiv gelüftet werden, durch eine geeignete raumlufttechnische Anlage (RLT) oder durch sachgerechte Stoßlüftung beziehungsweise Querlüftung. Unterrichtsräume mit eingeschränkten Lüftungsmöglichkeiten und nicht zu belüftenden Räumen sind für den Unterricht nicht geeignet.

  • Die gemeinsame Nutzung von Gegenständen soll vermieden werden. Eine routinemäßige Flächendesinfektion ist nicht notwendig. Stattdessen soll „angemessen“ gereinigt werden.

  • Die Anwesenheit aller Personen muss täglich dokumentiert werden.

Wenn es die Infektionslage gestattet, kann der Unterricht weiterhin im Regelbetrieb stattfinden, je nach Situation mit oder ohne Abstandsgebot.

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