Warmer Frühling: Droht nun eine Mückenplage am Rhein?

Steigende Temperaturen sind gute Voraussetzungen für Stechmücken. Ist nun zu befürchten, dass es ein mückenreiches Jahr wird und auch exotische Arten zunehmend in die Region kommen? Wir haben nachgefragt.

Warmer Frühling: Droht nun eine Mückenplage am Rhein?

Bereits Mitte März waren die Mitarbeiter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) in den versumpften Wäldern der Oberrheinregion unterwegs. Ihr Ziel: Senken und Gräben, die mit Wasser gefüllt sind. Denn das sind die Brutstätten der Stechmückenlarven. Doch der wenige Regen spielte ihnen in die Hände: „Durch die anhaltende Trockenheit gibt es bisher nur vereinzelte, eher kleinere Flächen die behandelt werden müssen“, hieß es wenige Tage später.

Denn viele Tümpel und Wassergräben, die noch im Februar gefüllt waren, waren inzwischen trocken. Hinzu kam, dass es in den Märznächten teils noch frostig war, was die Entwicklung der Larven verlangsamt. Etwa die Hälfte der Larven typischer Arten habe den Winter überstanden.

Larven werden mit einem biologischen Wirkstoff bekämpft

Sobald die Kabs-Mitarbeiter Brutstätten finden, werden diese mit dem biologischen Wirkstoff Bti behandelt. In Rheinhessen und Südhessen fliegt über einzelne Flächen zudem ein Helikopter. „Einen kleinen Einsatz gab es auch Mitte April nach ein paar Regenfällen, die den Rhein kurzzeitig leicht über das Mittelwasser anstiegen ließen“, erklärt Xenia Augsten von Kabs. „Vereinzelt war hier der Helikopter für die Behandlung von drei bis sechs Hektar großen Flächen im Einsatz.“

„Sollte das trockene Wetter anhalten, wird es in nächster Zeit wenig Stichbelästigung geben“ – Xenia Augsten

Momentan jedoch würden wegen des niedrigen Wasserstands kaum Auwald-Stechmücken ausfliegen. „Sollte das trockene Wetter anhalten, wird es in nächster Zeit wenig Stichbelästigung geben. Das kann sich aber – je nach Wetterlage – auch wieder ändern“, so Augsten. Täglich werden der Wasserstand des Rheins sowie die Wetterprognose genau beobachtet. Zwar bestehe für die nächste Woche kein Handlungsbedarf, doch die langfristige Entwicklung lasse sich noch nicht abschätzen. „Wir können nicht vorhersagen, ob uns ein stechmückenreicher Sommer bevorsteht.“

Damit Rheinschnaken schlüpfen können, müssen deren im Boden liegenden Eier mit Wasser überflutet werden. Es braucht also ein Hochwasserereignis, das Gräben und Senken flutet. „Jedes Jahr unterscheidet sich für uns, denn unsere Arbeit ist ganz klar vom Wetter abhängig“, sagt Augsten. Dieses Jahr verlief also wegen der ausbleibenden Niederschläge bisher relativ ruhig, im Gegensatz zu 2021, als Frühling und Frühsommer sehr regenreich waren und sich durch das Hochwasser die Brutflächen für die Wiesen- und Auwald-Stechmücken vergrößerten (wir berichteten). Je mehr Hochwasser und langanhaltende Niederschläge es gibt, desto besser sind die Bedingungen für Stechmücken. Zusätzlich profitieren sie von warmen Temperaten.

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