Neues Tagungszentrum im Mainzer Lennebergwald eröffnet

Nach langer Renovierung ist das Schloss Waldthausen zwischen Mainz und Budenheim nun wiedereröffnet worden. Das historische Gebäude dient künftig als Tagungs- und Veranstaltungszentrum.

Neues Tagungszentrum im Mainzer Lennebergwald eröffnet

Schloss Waldthausen im Lennebergwald zwischen Mainz und Budenheim hat nach umfangreichen Renovierungsarbeiten eine neue Bestimmung. Wie der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz (SVRP) mitteilt, wird der ehemalige Verbandssitz künftig als modernes Tagungs- und Veranstaltungshaus genutzt. Bis Anfang 2020 diente das denkmalgeschützte Schloss als Sitz des Sparkassenverbands. Mehr als fünf Jahre lang stand es nun leer.

Für die Umgestaltung ist künftig die französische Unternehmensgruppe Châteauform’ verantwortlich. Das Unternehmen war auch für den Umbau der Räume verantwortlich. Laut Jérôme Claus von Châteauform’ soll das historische Gebäude in eine „moderne, funktionale Eventlocations verwandelt“ werden. Gleichzeitig soll die Geschichte des Ortes und des Gebäudes bewahrt bleiben. Die neuen Pächter haben einen Vertrag für 15 Jahre unterschrieben.

20.000 Quadratmeter Fläche renoviert

Das Schloss wurde auf allen Etagen neu gestaltet, auf insgesamt etwa 20.000 Quadratmetern: Im Untergeschoss entstanden Bars und Entspannungsbereiche für die Seminargäste, eine Kegelbahn, Spielräume und ein Karaoke-Bereich. Im Erdgeschoss wurden Lounges und Pausenräume eingerichtet, in den oberen Etagen Konferenzräume in verschiedenen Größen. In der Aula gibt es einen Speisesaal und einen über 300 Quadratmeter großen Konferenzsaal, im 2003 errichteten „Neubau Nord“ weitere Konferenzräume in verschiedenen Größen.

Das Gelände soll weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben:

Ein „Leuchtturm“ für die Rhein-Main-Region

„Unser ehemaliger Verbandssitz Schloss Waldthausen wird durch die Renovierung zu einem bedeutenden Standort und Leuchtturm für geschäftliche Veranstaltungen sowie kulturelle Highlights in Rheinland-Pfalz – und der gesamten Rhein-Main-Region“, erklärte Thomas Hirsch, Präsident des Sparkassenverbands bei der Vorstellung des neuen Zentrums. Er erhoffe sich zudem eine positive Wirkung auf den Tourismus und eine Stärkung der regionalen Wirtschaft.

Auch Politiker wie Petra Dick-Walther, Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, sieht in dem neuen Tagungszentrum eine neue Einrichtung von internationaler Bedeutung. „Schloss Waldthausen wird künftig als Magnet für nationale und internationale Veranstaltungen wirken und somit einen wertvollen Beitrag zur Vernetzung und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes leisten“, so die Staatssekretärin.

„Ein Ort der Mainzer Geschichte neu belebt“

Der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) bezeichnete das Schloss als ein „Juwel“: „Mit der Wiedereröffnung von Schloss Waldthausen wird ein Ort der Mainzer Geschichte neu belebt. Es stärkt Mainz und die Region nun auch als internationalen Wirtschafts- und Wissensstandort.“ Und für Stephan Hinz (CDU), Bürgermeister von Budenheim, ist die Wiedereröffnung ein „großartiges kulturelles und wirtschaftliches Signal“.

Hintergrund

Schloss Waldthausen wurde in den Jahren 1908 bis 1910 als repräsentative Villa von Freiherr Martin Wilhelm von Waldthausen erbaut. Es steht seit dem Jahr 1978 unter Denkmalschutz, seit 1980 ist die Landeshauptstadt Mainz Eigentümerin des Schlossareals. Zwei Jahre später erwarb der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz das Erbbaurecht an dem Anwesen. Zunächst war hier die Akademie des Verbands untergebracht, bis diese im Jahr 2020 in die Mainzer Innenstadt umsiedelte. Seither waren verschiedene Möglichkeiten der Nutzung geprüft worden