Hildegardis-Krankenhaus: Abschied nach mehr als 100 Jahren

Das älteste Krankenhaus der Stadt, das Hildegardis-Krankenhaus, wird bald geschlossen. Die letzten Abteilungen ziehen ins St. Vincenz und Elisabeth Hospital um. Doch das Ende soll kein Stilles sein: Am Sonntag können die Mainzer Abschied nehmen.

Hildegardis-Krankenhaus: Abschied nach mehr als 100 Jahren

Über 100 Jahre reicht die Geschichte des Hildegardis-Krankenhauses in der Oberstadt zurück, doch im ältesten Krankenhaus der Stadt geht bald das Licht aus: Nach dem Umzug der Geriatrie im Juli ins St. Vincenz und Elisabeth Hospital (VEH), zieht im Oktober auch die Pneumologie nach. Nur zwei Einheiten werden noch bis 2018 bleiben: das Schlaflabor und die Isolationsstation. Lange war es geplant, alle Klinikteile des Katholischen Klinikums (KKM) unter ein Dach zu bekommen, mit dem Ende des Standorts Hildegardis ist das bald geschafft.

„Das St. Hildegardis-Krankenhaus ist das älteste Krankenhaus in Mainz und ist daher sehr eng mit einem Großteil der Bevölkerung verbunden. Vor dem Hintergrund dieser Historie ist es uns natürlich schwer gefallen, den Standort zu schließen“, erklären die beiden Geschäftsführer Dr. med. Patrick Frey und Michael Osypka. „Die Patientenversorgung zu verbessern steht für uns jedoch an erster Stelle.“ Die künftige Zusammenlegung soll die Versorgung besser, Wege kürzer und Arbeitsprozesse einfacher machen.

„Durch persönliche Geschichte mit dem Haus verbunden“

Die Zusammenlegung ist Teil des Programms „kkm 2025“. Künftig können rund 4500 Patienten mehr behandelt werden, 240 Angestellte ziehen um. Der erste große Meilenstein des Programms war laut Klinik die Inbetriebnahme des komplett kernsanierten 5. Stocks des VEH für die Geriatrie und Pneumologie. „Zug um Zug ist geplant, alle Stationen kernzusanieren und an die Bedürfnisse der Patienten anzupassen“, so das KKM in einer Pressemitteilung. Bis Ende 2018 sollen zwei Gebäudeteile außerdem aufgestockt werden, bis 2019 ein Facharztzentrum entstehen.

Doch das Hildegardis-Krankenhaus soll nicht still und leise schließen. „Mehrere tausend Mainzer und Rheinhessen haben hier das Licht der Welt erblickt und sind durch ihre ganz persönliche Geschichte mit dem Haus verbunden“, so das KKM. Deshalb wird am Sonntag, dem Tag der Heiligen Hildegard, ganz offiziell Abschied gefeiert - mit einem Gottesdienst ab 15 Uhr und einem anschließenden Empfang. Auch Sozialdezernent Eckart Lensch wird, in Vertretung für Oberbürgermeister Michael Ebling, an dem Empfang teilnehmen.

Was nach der vollständigen Schließung des Hildegardis-Krankenhaus mit der Klinik passiert, ist noch unklar. Zwar will das KKM das Areal verkaufen, genaueres ist allerdings noch nicht bekannt.

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