Warum die Schiffe an den Mainzer Anlegern die Motoren laufen lassen

Laufende Schiffsmotoren - das ist ein Dauerzustand am Mainzer Rheinufer. Warum die Flusskreuzfahrtschiffe ihre Motoren nicht einfach abstellen und sich stattdessen mit Landstrom versorgen, erklärt Mario Bast vom Wirtschaftsbetrieb Mainz.

Warum die Schiffe an den Mainzer Anlegern die Motoren laufen lassen

Wer am Mainzer Rheinufer entlang läuft, hört ständig die Motoren der Flusskreuzfahrtschiffe. Auch Merkurist-Leserin Kathinka sind die permanent laufenden Motoren aufgefallen. In einem Snip fragt sie, warum die Kreuzfahrtschiffe am Rhein nicht gezwungen werden, Landstrom zu nutzen.

„Abgesehen von Luft- und Lärmverschmutzung ist der Besuch des Biergartens auf der Mole kein Genuss, wenn in wenigen Metern Entfernung der Schiffsdiesel läuft....“ - Merkurist-Leserin Kathinka.

Was ist Landstrom?

Auch wenn die Gäste am Rheinufer von Bord gehen, um die Stadt zu erkunden, müssen die Flusskreuzfahrtschiffe weiter mit Strom versorgt werden. Kühlanlagen, Klimaanlage und Licht müssen weiter zur Verfügung stehen. Bisher versorgen sich die Schiffe an den Anlegestellen selbst mit Strom, indem sie die Dieselmotoren laufen lassen. Aber das schadet der Umwelt und erhöht die Feinstaubbelastung in der Stadt. Aus diesem Grund wurde eine Alternative entwickelt: der Landstrom. An Land erzeugte Energie aus der Steckdose soll es den Flusskreuzfahrtschiffen ermöglichen, die Generatoren an Bord weitestgehend abzustellen.

Das ist auch eine Forderung der Altstadt-SPD. Die Partei hat den Punkt in ihrem Wahlprogramm aufgenommen und steht schon seit längerem in Gesprächen mit Oberbürgermeister Michael Ebling. „Unser Rheinufer soll Stromanschlüsse für die Schiffe erhalten. Sie sollen verpflichtet werden, diesen ‘Landstrom’ statt ihrer Dieselmotoren zu nutzen“, heißt es im Parteiprogramm. Aber warum wurde die Forderung bis jetzt noch nicht durchgesetzt?

Fehlende Infrastruktur

Grund dafür ist die fehlende Infrastruktur. Die Schiffe können keinen Landstrom nutzen, weil die dafür nötigen Stromanschlüsse noch gar nicht existieren. Das bestätigt Mario Bast vom Wirtschaftsbetrieb Mainz.

Die Stadt, der Wirtschaftsbetrieb und die Stadtwerke planen aber schon seit einiger Zeit, das Thema anzugehen. Während die Kaimauer saniert wird, könnten schon Leerrohre für die Stromleitungen verlegt werden. Bis jetzt sind sieben Landstromanschlüsse geplant. „Vier Anleger der Stadt und des Wirtschaftsbetriebs und drei private Anbieter, wie beispielsweise Köln-Düsseldorfer, sollen mit Anschlüssen versorgt werden“, sagt Mario Bast vom Wirtschaftsbetrieb Mainz. „Nach der Ausstattung mit Landstrom, ist an den städtischen Anlegestellen eine verbindliche Nutzung vorgesehen“, so Bast. Ob es auch für die die privaten Anbieter eine gesetzliche Verpflichtung geben kann, ist noch nicht klar. „Aber die privaten Gesellschaften wären ja schön blöd, sich da einen Stromanschluss zu bauen und den anschließend nicht zu nutzen. Sie wollen sich ja aus Eigeninitiative am Projekt beteiligen“, sagt er.

Wann die Bauarbeiten beginnen werden, kann Bast noch nicht sagen. „An dem Planungs- und Bauprozess sind die Mainzer Stadtwerke, der Wirtschaftsbetrieb und die Stadt beteiligt. Die Gespräche laufen. Sowas kann immer etwas dauern“, sagt er. (rk/pk)

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