Dieser Mainzer spielt einen Ermittler im „Tatort“

In Mainz spielte er während der Schulzeit in Theater-AGs und beim Jugendclub des Staatstheaters. Jetzt ist Jonas Minthe bald im Göttinger Tatort zu sehen. Wie die Dreharbeiten liefen, verrät der Schauspieler im Interview mit Merkurist.

Dieser Mainzer spielt einen Ermittler im „Tatort“

In einer verdreckten Umkleidekabine eines Schul-Sportplatzes in Göttingen entbindet eine Frau ganz alleine ihr Kind. Kurz darauf fehlt von Mutter und Kind jede Spur. Die Polizei findet nur Hinweise auf die mysteriösen Umstände der Geburt, manches deutet auf ein Verbrechen hin. Wo sind die beiden, leben sie noch? Diesen Fragen gehen die Ermittler im neuen Göttinger „Tatort“ nach, allen voran die Kommissarinnen Charlotte Lindholm und Anaïs Schmitz, gespielt von Maria Furtwängler und Florence Kasumba. Doch auch ein Gesicht aus Mainz ist unter den Schauspielern: Jonas Minthe (28) mimt Kriminalhauptkommissar Leon Ciaballa, der in dem Fall für die IT-Recherchen zuständig ist.

Das erste Mal im Tatort

Damit spielt der gebürtige Mainzer zum ersten Mal in einem Tatort mit. „Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Minthe im Gespräch mit Merkurist. Seine Szenen sind bereits im Kasten, vergangene Woche wurden sie an zwei Tagen alle abgedreht. Allerdings nicht in Göttingen, sondern in Hamburg. „Dort wurden die Präsidiumsszenen gedreht“, sagt Minthe. „Die größte Herausforderung war, in so kurzer Zeit eine Atmosphäre zu schaffen, als ob wir Ermittler schon sehr vertraut miteinander seien. Den Figuren eine Geschichte mitzugeben. Und das, obwohl wir Schauspieler uns vorher noch nicht alle kannten.“ Die Arbeit am Tatort-Set sei sehr professionell und akribisch gewesen. Die restlichen Dreharbeiten laufen laut dem verantwortlichen Sender NDR noch bis zum 6. Juli.

TV-Krimis sind für Minthe aber kein Neuland, so war er beispielsweise bereits bei der Serie „Polizeiruf 110“ zu sehen. Der 28-Jährige lebt inzwischen in Hamburg, seit fünf Jahren ist er als professioneller Schauspieler bei Fernseh-Produktionen und auf den Theaterbühnen zu sehen. Zuvor studierte er an der staatlichen Schauspielschule in Hannover. Seine Liebe zur Schauspielerei begann aber in Mainz. „Ich bin in Mainz geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen, verbrachte bis zum Studium mein ganzes Leben hier“, sagt Minthe. Während der Schulzeit habe er zuerst in Theater-AGs und dann beim Jugendclub des Staatstheaters mitgespielt. „Das hat in mir den Wunsch geweckt, beruflich auf der Bühne zu stehen, andere Menschen aus dem Alltag rauszuholen, zu berühren.“

Sehnsucht nach Mainz

Auch wenn sich der 28-Jährige in Hamburg sehr wohl fühlt, seine Heimatstadt vermisse er trotzdem. „Ich liebe Mainz, zur Fastnacht komme ich immer für mehrere Tage in die Stadt“, sagt er. Als freischaffender Schauspieler sei Hamburg aber die bessere Adresse: Hier habe er mehr Möglichkeiten, könne Film- und Theaterproduktionen besser unter einen Hut bringen. „Irgendwann mal am Staatstheater Mainz auf der Bühne zu stehen, wäre aber toll“, so Minthe. „Einfach, weil es meine Stadt ist.“

„Einen Mainzer Schauspieler gibt es jetzt ja beim Tatort, da könnte man doch gleich auch den Mainzer Tatort einführen.“ - Jonas Minthe

Vielleicht gibt es ja in Zukunft auch eine Gelegenheit, für einen „Tatort“ in Mainz vor der Kamera zu stehen. „Mir haben schon oft Leute gesagt, ich soll ein gutes Wort für eine Mainzer Krimi-Reihe einlegen“, sagt Minthe und lacht. „Einen Mainzer Schauspieler gibt es jetzt ja beim Tatort, da könnte man doch gleich auch den Mainzer Tatort einführen.“

Als nächstes steht aber erst einmal die ARD-Krimi-Serie „Morden im Norden“ auf dem Programm. „Wir drehen gerade“, so der Schauspieler. „Und im August hat dann ein Theaterstück Premiere, bei dem ich mitspiele.“ Wo er sich den Göttinger „Tatort“ am Ende ansehen wird, ist noch unklar. „Das Ausstrahlungsdatum steht noch nicht fest. Wer weiß, vielleicht schaue ich ihn sogar in Mainz.“

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