Wie es mit dem Taubertsbergbad weitergeht

Seit Anfang 2018 ist der Wellnes- und Saunabereich des Taubertsbergbads wegen Bauarbeiten geschlossen. Auch das Freibad wird seit September saniert. Wie ist der aktuelle Stand der Bauarbeiten? Merkurist hat beim Betreiber nachgefragt.

Wie es mit dem Taubertsbergbad weitergeht

Wer gerne in der Sauna entspannt, muss dafür seit Anfang 2018 in andere Schwimmbäder in der Umgebung fahren. Seit mittlerweile zwei Jahren ist das im Mainzer Taubertsbergbad nicht mehr möglich, denn der Wellness- und Saunabereich wird saniert. Doch viele Mainzer fragen sich: Wie geht es mit dem Schwimmbad weiter?

Mängel in der Bausubstanz größer als erwartet

Nach der Insolvenz der früheren Betreibergesellschaft hatten die Stadtwerke das Taubertsbergbad Anfang 2018 übernommen. Aufgrund der Sanierungsarbeiten blieben der Sauna- und Wellnessbereich sowie das Erlebnisbad nach der Übernahme erstmal geschlossen, damals war nur das Sportbad geöffnet. „Wir haben nach der Übernahme des Bades zunächst den Fokus darauf gelegt, dass das Sportbad wieder so funktionsfähig gemacht wurde, dass dort weiterhin ein Schwimmbetrieb möglich war und ist“, erklärt Michael Theurer, Pressesprecher der Mainzer Stadtwerke. Außerdem sei das Sportbad in einigen Bereichen attraktiver gestaltet worden, auch die Öffnungszeiten habe man optimiert. Höhere Wassertemperaturen, mehr Kurse und familienfreundlichere Preise sorgen jetzt laut Theurer zusätzlich für gute Besucherzahlen.

Doch dann passierte etwas Unvorhergesehenes, das die Bauarbeiten ins Stocken brachte: Im Sommer 2018 mussten die Stadtwerke die Sanierungsarbeiten der Sauna stoppen, weil nach und nach immer massivere Mängel in der Gebäudesubstanz auftauchten. Wegen dieser Mängel war die Sanierung der Sauna in der ursprünglich geplanten Form nicht mehr zielführend. Jetzt ist geplant, die Restarbeiten aus dem Saunabereich in das Gesamtsanierungsprojekt zu integrieren.

Konzeptwechsel: Zwei statt drei Funktionsbereiche

„Die Stadtwerke werden während der Sanierungsmaßnahmen von Experten der Gesellschaft GMF und dem Bad-Sachverständigen Dr. Klaus Batz beraten. In Rücksprache mit ihnen kamen die Stadtwerke zu dem Schluss, dass die Sauna und das Erlebnisbad in ihrer ursprünglichen Größe und Ausstattung dauerhaft nicht wettbewerbsfähig wären – auch nicht nach einer Sanierung“, so Theurer.

Deshalb sei die ursprünglich geplante Eins-zu-Eins- Sanierung von Sportbad, Erlebnisbad und Sauna nicht zielführend. Sinnvoller sei es stattdessen, das bisher dreigliedrige Konzept abzuwandeln und künftig nur noch auf zwei statt wie bisher auf drei Funktionsbereiche zu setzen. Falls dieses Vorhaben umgesetzt wird, wären diese zwei Bereiche dann ein kombiniertes Sport- und Familienbad und ein großzügigerer Sauna- und Wellnessbereich. Dementsprechend soll der Saunabereich auf die Fläche des ehemaligen Erlebnisbades ausgeweitet werden und das Sportbad soll um einen Familienbereich erweitert werden.

Freibad-Sanierung

Doch der Innenbereich ist nicht die einzige Baustelle im Bad: Auch das Freibad wird seit September 2019 saniert. Die Maßnahmen zum Umbau des 50-Meter-Beckens und die Vorbereitungen zum Einbau einer Traglufthalle über dem Becken hatten direkt nach Ende der Freibadsaison begonnen. Da das 50-Meter-Becken im Freibad altersbedingte Mängel aufweist, soll es durch ein Edelstahlbecken ersetzt werden.

Da das neue Becken nicht mehr ganz so tief werden soll wie das bisherige Schwimmerbecken, rechnet man mit niedrigeren Betriebskosten. Ein Teil der sehr großen Wasserfläche im Becken soll neu aufgeteilt werden in zwei Bahnen mit 50 Metern Länge und sechs Bahnen mit 25 Metern Länge. Die dadurch freiwerdende Wasserfläche wird zu einem Nichtschwimmerbereich umgestaltet mit einer ansteigenden Wassertiefe, Whirlliegen und einem Brodelberg.

Auch eine Traglufthalle soll gekauft werden, welche später dann umweltfreundlich mit Fernwärme beheizt wird. Während der Freibadsaison wird die Traglufthalle dann abgebaut. Die Lösung mit der Traglufthalle hat laut Theurer zwei Vorteile: Zum einen kann während der späteren Sanierung und Erweiterung des Sportbades zu einem Sport- und Familienbad weiterhin auch im Winter Wasserfläche für Schulen und Vereine zur Verfügung gestellt werden. Zum anderen kann nach der Generalsanierung des Sport- und Familienbades das neue Freibadbecken ganzjährig genutzt werden.„Nach jetzigem Stand werden wir das Freibad zur Sommersaison 2020 wieder in Betrieb nehmen“, sagt Theurer. Die Sommersaison starte dieses Jahr allerdings planmäßig erst im Juni. Der genaue Tag stehe noch nicht fest.

„Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“

Derzeit läuft die Suche nach einem Generalplaner, der ein Konzept für die Sanierung des Innenbereichs entwerfen soll. „Aktuell befindet sich die europaweite Suche nach einem Generalplaner für den Umbau auf der Zielgeraden. Erst wenn dieser seine Arbeit aufgenommen hat, kann verlässlich etwas über Zeit- und Kostenrahmen für den Umbau des Schwimmbades gesagt werden“, so Theurer.

Ziel sei es, den Mainzern mittelfristig wieder ein attraktives Stadtbad zu bieten. „Dabei geht aber Gründlichkeit vor Schnelligkeit, denn wir wollen am Ende ein attraktives Bad am Taubertsberg haben“, erklärt Theurer. Dazu kommt: Das alles muss so geplant werden, dass die Bedürfnisse der Schwimmsportvereine und der Schulen für den Schwimmunterricht nicht komplett vernachlässigt werden, sondern diese weiterhin das Taubertsbergbad besuchen können“, so Theurer weiter. „Die können wir nicht einfach für Monate oder gar Jahre nach Mombach schicken, dort sind die Kapazitäten ebenfalls ausgereizt.“

Weitere Informationen zur Sanierung findet Ihr hier und hier. (df)

Logo