Demonstrationen in Mainz: Polizei zieht Bilanz

Nach einem ereignisreichen Samstag mit rund 3000 Demonstranten in Mainz zieht die Polizei am Abend Bilanz.

Demonstrationen in Mainz: Polizei zieht Bilanz

14 angemeldete Demonstrationen gegen eine Versammlung der rechtsextremen „Neue Stärke Partei“ vor dem Mainzer Hauptbahnhof (NSP) haben am Samstag in Mainz stattgefunden (wir berichteten). Am Abend zog die Mainzer Polizei nun Bilanz.

Demnach waren es rund 3000 Menschen, die an den Gegenveranstaltungen teilnahmen, unter ihnen auch Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) und weitere politische Vertreter. Rund 800 Polizeibeamte waren den gesamten Tag über im Einsatz. Unterstützung erhielt die Polizei Mainz von Beamten aus Bayern, Berlin, dem Saarland, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

475 Teilnehmer der verschiedenen Demonstrationen reisten am Samstag mit dem Zug nach Mainz an, dabei kam es während der Anreise nach Angaben der Polizei zu einer Körperverletzung. Bereits auf der Anreise wurde ein Reisebus mit 37 Demonstranten der rechtsextremen NSP einer Kontrolle unterzogen. Anschließend wurde der Bus nach Saulheim zu einem Treffpunkt mit weiteren Teilnehmern geleitet. Der Beginn der NSP-Versammlung verzögerte sich erheblich.

NSP-Aufmarsch verlegt

Nachdem die NSP kurzfristig einen Aufmarsch an der Mombacher Waggonfabrik statt am Hauptbahnhof plante, musste dieser schon nach wenigen Metern abgebrochen werden. Gegendemonstranten hatten die Wegstrecke blockiert. Kurz darauf erklärte der Versammlungsleiter der NSP-Demo den Aufmarsch für beendet. Die geplante Rückreise der rund 60 NSP-Teilnehmer verzögerte sich wegen des massiven Gegenprotests jedoch erheblich.

Einzelne Gruppierungen der Gegenprotestler verursachten auf dem Weg nach Mombach laut Polizeiangaben Sachschäden, zudem wollten einige von ihnen offenbar eine Absperrung der Polizei überlaufen. Dabei sei es auch zu teils massiven körperlichen Angriffen durch Tritte und Schläge gegen Einsatzkräfte gekommen. Wie die Polizei erklärt, wussten die Gegendemonstranten zu diesem Zeitpunkt offenbar nicht, dass die Versammlung der NSP bereits beendet war. Die Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke gegen die Gegendemonstranten ein (wir berichteten).

Weil Gegenprotestler auch Bahngleise blockierten, konnten die NSP-Demonstranten erst gegen 16:30 Uhr abreisen. Darauf reagierten die NSP-Demonstranten mit politischen Skandierungen und Beleidigungen gegenüber den Polizisten, wie die Polizei erklärt. Insgesamt vier von ihnen wurden vorläufig in Gewahrsam genommen und erkennungsdienstlich behandelt. Die Polizei hat die Vorfälle nach eigenen Angaben dokumentiert und prüft nun, ob Straftatbestände wie Volksverhetzung, Beleidigungen oder Sachbeschädigungen vorgelegen haben.

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