Warum gibt es in diesem Jahr so wenig Mainzer Spargel?

Die Spargelsaison ist in vollem Gange - echter Mainzer Spargel scheint jedoch dieses Jahr keine Massenware zu sein. Mainzer Bauern ziehen Bilanz über die diesjährige Spargelernte.

Warum gibt es in diesem Jahr so wenig Mainzer Spargel?

Egal ob mit Kartoffeln, Sauce Hollandaise oder als Suppe - Spargel gehört in den Frühlingsmonaten für viele mit auf den Speiseplan. Während importierter Spargel - meist aus Spanien oder Griechenland - oft schon ab März in Supermärkten angeboten wird, muss man auf Spargel aus der Region gelegentlich etwas länger warten - die Ernte ist nämlich vom Wetter abhängig. In der Regel gibt es die ersten Stangen regionalen Spargel von Mitte bis Ende April, jedoch gibt es keine Garantie dafür. „Jedes Jahr ist anders und es gibt keine Prognosen, deswegen ist es immer spannend“, sagt Anja Schmitt, die Betreiberin des „Finther Obstlädchens“. Das Ende der Spargelsaison ist hingegen immer dasselbe - so gilt der Johannistag am 24. Juni jedes Jahr offiziell als Abschluss der Spargelzeit. Doch wie steht es dieses Jahr um den Spargel? Merkurist hat sich umgehört, wie die diesjährige Ernte bisher bei den Mainzer Bauern ausfiel.

So war die Ernte bis jetzt

Die Ernte sei in diesem Jahr lange nicht so ergiebig gewesen, wie im Vorjahr. „Die Erntemenge ist um die Hälfte reduziert“, erklärt Axel Weil von „Weil’s Bauernladen“ in Finthen. Grund dafür ist laut Weil das Wetter. „Anfang Mai hatten wir sehr gute Nachttemperatuten, aber durch die Kälte der letzten Zeit gibt es jetzt einfach nicht so viel Spargel“, so Weil weiter.

Auch für ist Markus Schmitt, Inhaber von „Schmitt’s Hofladen“ in Finthen, ist der Hauptgrund für die im Vergleich zum Vorjahr schwache Spargelernte das schlechte Wetter: „Wir hatten eine sehr kühle Witterung im Mai, deshalb haben wir in diesem Jahr nicht ganz so viel Spargel“.

Die Betreiberin des „Finther Obstlädchens“, Anja Schmitt, bestätigt ebenfalls, dass es dieses Jahr wohl keine Übermengen an Spargel geben werde: „Es war einfach ein bisschen zu kalt und nun ist die Zeit der jungen Spargel vorbei - die müssen sich jetzt fürs nächste Jahr erholen“.

Warum es wenig Mainzer Spargel in Supermärkten gibt

Eine weitere mögliche Erklärung für das eher geringe Angebot von Mainzer Spargel in Supermärkten sieht Markus Schmitt - neben der Wetterlage - in den finanziellen Bedingungen. „Es ist häufiger günstiger für die Bauern vor Ort zu verkaufen, als an Großhändler zu liefern, da die Großmarktpreise meist sehr niedrig gehalten werden“, sagt er. Hinzu kommt, dass in Rheinhessen laut Schmitt im Vergleich zu manchen anderen Regionen ohnehin nicht so viel Spargel angebaut werde. Andere Regionen können zudem möglicherweise günstiger produzieren und erzielen eine entsprechend größere Ernte.

Für den „Erdbeer- und Spargelhof Stauder“ in Bretzenheim hatte das Wetter offenbar keine Auswirkungen auf die Spargelernte. Eine Belieferung für den Großhandel kommt aber trotzdem nicht für den Familienbetrieb in Frage: „Unsere Ernte verlief bisher gut, aber den Großhandel zu beliefern ist für uns nicht kostendeckend.“ (df)

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