Gonsenheimer Ortsvorsteherin kritisiert neue Tempo-30-Zone

In der Gonsenheimer Elbestraße gilt neuerdings Tempo 30, doch Ortsvorsteherin Sabine Flegel (CDU) wusste von dieser Maßnahme zunächst nichts. Sie kritisiert die Tempo-Regelung und hat stattdessen Gegenvorschläge.

Gonsenheimer Ortsvorsteherin kritisiert neue Tempo-30-Zone

Alles neu macht der Mai – auch in Gonsenheim: Seit wenigen Tagen gilt dort auf der Elbestraße Tempo 30 (wir berichteten). Ein Sprecher der Stadt Mainz erklärte die neue Verkehrsmaßnahme gegenüber Merkurist so: „Die Verkehrssituation in der Elbestraße war Thema in der Verkehrskommission.“ Laut dem Sprecher der Stadt war die konkrete Situation in der Elbestraße mit ihren vielen Geschäften zu gefährlich: „Da die Elbestraße sehr stark durch Fußgängerinnen und Fußgänger gequert wird und zudem hier viele Radfahrende auf der Fahrbahn unterwegs sind.“

Gonsenheims Ortsvorsteherin Sabine Flegel (CDU) sieht das anders und fühlt sich vom Vorgehen der Stadt Mainz sogar regelrecht übergangen. Gegenüber Merkurist sagt sie: „Der Ortsbeirat und ich als Ortsvorsteherin waren nicht im Bilde, wir konnten den Gonsenheimern zunächst auch nicht erklären, warum hier plötzlich Tempo 30 gilt.“ Weiter sagt Flegel: „Ich verstehe ja, dass Kommunikation während der Corona-Zeit nicht immer so einfach ist, aber man hätte uns wenigstens eine entsprechende Erklärung via Mail schicken können.“

Gefahrenstelle an Rewe-Markt

Aus ihrer Sicht ist die Tempo-30-Lösung nicht der richtige Weg zu mehr Verkehrssicherheit, erklärt Flegel. Bereits vor eineinhalb Jahren sei auf Höhe des Rewe-Marktes in der Elbestraße eine Gefahrensituation erkannt worden. Wenn Kunden aus dem Markt kommen, würden diese nicht selten beinahe von Radfahrern umgefahren. Denn die würden wiederum den Gehweg an einem Zebrastreifen als Radweg nutzen. Als Reaktion darauf seien damals schon Pkw-Parkplätze entfernt worden, um die Radfahrsicherheit auf der Elbestraße zu erhöhen. Offenbar ohne durchschlagenden Erfolg.

„Aus meiner Sicht gibt es hier zwei Optionen: Entweder kommt eine Ampel an diese Stelle oder Radfahrer müssen hier vom Fahrrad absteigen“, sagt Flegel. „Tempo 30 als Pauschallösung finde ich jedenfalls nicht besonders glücklich, da es sich in diesem Fall um eine sehr individuelle Situation handelt.“ Diese Vorschläge habe sie bereits an Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) herangetragen. „Von ihr kommt allerdings weder Transparenz noch eine Einbindung der Gremien vor Ort.“

Gonsenheimer Grüne befürworten Lösung

Der Gonsenheimer Grünen-Politiker Markus Alvarez Gonzalez meldete sich zu diesem Thema am vergangenen Mittwoch (27. Mai) zu Wort. In einer Pressemitteilung erklärte er: Man freue sich als Gonsenheimer Grünen-Fraktion darüber, dass das neue Tempolimit nun eingeführt wurde und danke Verkehrsdezernentin Eder für die Umsetzung. „Für uns Grüne sind Radfahrer gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer, die die Möglichkeit haben, auch auf der Elbestraße fahren zu können. Daher ist die Temporeduzierung der richtige und wichtige Schritt für mehr Verkehrssicherheit und gegenseitige Rücksichtnahme.“ (df/rk)

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