Mainzer Rathaus: So sieht es gerade auf der Baustelle aus

Seit rund drei Jahren steht das Mainzer Rathaus leer. Wie es mit der Sanierung vorangeht, hat die Stadt in der ersten öffentlichen Begehung gezeigt.

Mainzer Rathaus: So sieht es gerade auf der Baustelle aus

Der denkmalgeschützte „Fuchsbau“ wird seit einiger Zeit von innen und außen saniert. Das Großprojekt der Stadt stand zuletzt in der Kritik, weil es weit mehr als 100 Millionen Euro kosten sollte – mehr als doppelt so viel wie geplant. Jetzt hat die Stadt die Presse zur ersten Begehung der Baustelle eingeladen. Das war vorher nicht möglich, weil dort noch giftige Stoffe entfernt wurden. Das Projektteam und Interims-OB Günter Beck haben die Führung geleitet. Merkurist hat sich den aktuellen Stand der Bauarbeiten für euch angeschaut.

Zum Start der Begehung ging es hoch in den fünften Stock. Zur Zeit sind noch zwei Aufzüge in Betrieb. Die ehemalige Stadtkasse ist nicht wiederzuerkennen, nur die Oberlichter sind noch die alten. Die Decke um sie herum wird erneuert. Knapp 10.000 Quadratmeter davon wurden abgebaut.

Viele Schutthaufen zieren den Boden und die Ecken des Mainzer Rathauses. Aktuell wird der Rohbau freigelegt. Der Rückbau wird innerhalb des Gebäudes systematisch von oben nach unten vorgenommen. Besonders anspruchsvoll: Da das gesamte Gebäude unter Denkmalschutz steht, dürfen viele Bestandteile des Gebäudes nicht beschädigt werden. Darum mussten sie ausgebaut werden. Das betrifft zum Beispiel einige Türen. Nun lagern mehrere tausend ausgebaute Teile – darunter die Fassade – in einer Halle in Bad Kreuznach.

Lautsprecher umfunktioniert zu Wassertanks

Auch der ehemalige Ratssaal ist nicht wiederzuerkennen. Bisher wurden hier nur die Wände und der Boden entfernt, da in den Wänden ein massives Aufkommen von schadstoffbelasteten Mineralfasern gefunden wurde. Was sich noch alles in der Decke befindet, ist bisher unklar. Die alten Lautsprecher in der Mitte dienen jetzt als Wasserröhre und fangen Regenwasser ein.

Zum Abschluss der Begehung ging es in den Hörsaal. Dort hat Beck noch einige Informationen zur Sanierung bekannt gegeben. So müsse das Dach als „fünfte Fassade“ neu eingedichtet werden. Es solle außerdem mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Wie viele Mitarbeiter der Stadt wieder zurück ins Rathaus kommen sollen, sei bis jetzt unklar. Sicher sei jedoch, dass sich im sanierten Rathaus dann jedes zweite Fenster öffnen lassen soll. Im alten Rathaus konnten keine Fenster geöffnet werden.

Wann die Sanierung des Rathauses beendet sein wird, ist noch nicht bekannt. Aktuell seien Beck zufolge circa 20 Prozent der Bauarbeiten abgeschlossen. Im vergangenen Sommer wurde Ende 2027 für die Fertigstellung ins Auge gefasst. Aktuell sei man laut Beck aber ein Stück vor dem Zeitplan.

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