Wo liegen in der Mainzer Altstadt die Probleme, was kann noch verbessert werden und welche Sorgen haben die vor Ort ansässigen Gewerbetreibenden? Unter anderem um diese Themen ging es kürzlich beim Rundgang „Sicheres und sauberes Mainz“, der von der Mainzer SPD initiiert wurde. Während viele Teilnehmer die Veranstaltung positiv bewerteten, gab es auch Kritik von Geschäftsleuten, deren Läden im Bereich zwischen Kaufhof und Neubrunnenplatz liegen. Deren Vorwurf: Bei der zuvor festgelegten Route des Rundgangs sollen einige Straße in diesem Bereich, in dem es viele Probleme gebe, bewusst nicht angesteuert worden sein.
SPD: „Positive Rückmeldungen“
„Restlos enttäuscht“ von dem Rundgang war beispielsweise der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Mainzer City-Carré, Dieter Grünewald. „Es hätte die Möglichkeit gegeben, dass man die Missstände hier im Quartier einmal klar benennt, stattdessen ist man an den Problemen im wahrsten Sinne vorbeigelaufen.“ So seien etwa die Lotharstraße und der Neubrunnenplatz bewusst gemieden worden. Auch ein anderer Geschäftsmann, der nicht genannt werden will, bemängelt, dass man nur die Altstadt-Bereiche abgelaufen sei, an denen es eher unproblematisch sei.
Die Mainzer SPD-Vorsitzenden Jana Schmöller und Ata Delbasteh weisen die Kritik jedoch zurück. Auf Merkurist-Anfrage erklären sie, dass alle Rückmeldungen, die man anlässlich des Rundgangs bekommen hat, positiver Natur gewesen seien. Die Gewerbetreibenden und Bürger vor Ort hätten sich sehr gefreut, „dass wir uns dem Thema verstärkt annehmen und jedem Anliegen Raum eingeräumt haben – was für uns selbstverständlich ist“. Natürlich müsse ein solcher Rundgang einen Anfang und ein Ende haben und könne von daher niemals die komplette Mainzer Innenstadt abdecken, gerade wenn man über mehrere Stunden zu Fuß unterwegs sei.
„Wir verstehen die Veranstaltung daher ganz explizit nicht als einmalige und abgeschlossene Aktion, sondern werden vielmehr in den kommenden Monaten noch häufiger zu Rundgängen zu diesem oder anderen Themenbereichen einladen“, so die Mainzer SPD-Vorsitzenden. Man habe auch diese Anregung schon während des Rundgangs besprochen und auch schon mitgeteilt, dass man weitere Rundgänge plane.
Ein positives Fazit zu dem Rundgang, an dem auch Citymanagerin Sandra Klima und Ex-Mainz-OB Michael Ebling teilnahmen, zieht dann auch die Vorsitzende der Werbegemeinschaft Mainz e.V., Annette Plachetka, die das Geschäft „Schuh Passion“ in der Augustinerstraße führt. So gebe es in diesem Bereich der Altstadt kaum Probleme. Lediglich das Abbruch-Haus in ihrer Straße falle negativ auf. Ihrem Wunsch nach weiteren Mülleimern in der Straße sei zuletzt entsprochen worden. Ob das allerdings mit dem Rundgang zusammenhängt, könne sie nicht sagen.
Probleme dennoch präsent
Dennoch sieht Plachetka auch die Probleme der Geschäftsleute, die ihre Läden im Bereich Kaufhof bis zum Neubrunnenplatz haben. „Dort sind Graffiti und Müll auf jeden Fall ein Thema.“
Diese Probleme seien auch von allen aufgenommen worden. Ob sie nun auch beseitigt werden? Dieter Grünewald sieht hier momentan eher schwarz. Es werde immer nur gequatscht, aber nicht gehandelt und das sei einfach nicht mehr länger hinnehmbar. Deshalb hat der City-Carré-Vorsitzende sich nun an den Ortsvorsteher der Mainzer Altstadt, Brian Huck (Grüne), und Ordnungsdezernentin Manuela Matz (CDU) gewandt. Wie Grünewald sagt, hätte man beispielsweise das Abladen von Sperrmüll verhindern können, indem man überfällige Kontrollen und eine härtere Sanktionierung einführt.
Und auch eine von ihm beobachtete „Hängepartie“ müsse nicht sein. Denn so sei man neuerdings offensichtlich in der Klarastraße / Ecke Stadionerhofstraße mangels fehlender Fahrradbügel darauf angewiesen, Fahrräder an Verkehrsschildern aufzuhängen.
Zudem seien Passanten hier gezwungen, auf die von Fahrrädern, E-Scootern, Pkw und Lkw befahrene Straße auszuweichen, und sich somit in Gefahr bringen. Wie nun Huck und Matz auf die Schilderung dieser Probleme reagieren, bleibt abzuwarten.