Nachdem bereits in der jüngeren Vergangenheit Kritik am Baustellen-Marketing der Stadt Mainz laut wurde, meldet sich nun ein weiterer Innenstadtverein zu Wort. Die „Initiative Neue Mainzer Mitte e.V.“ wirft der Stadtverwaltung vor, die Betriebe in einem wichtigen Innenstadtquartier zu vernachlässigen.
In einer Mitteilung erklärt der Verein, dass sich die Gewerbetreibenden von der Stadtverwaltung nicht angemessen ernstgenommen fühlen. Kritisiert werden eine mangelnde Kommunikation, Koordination und die ausbleibende Umsetzung von längst überfälligen Maßnahmen zur Aufwertung des Viertels. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, hat die Initiative nach eigenen Angaben persönliche Gespräche mit mehr als einhundert Betriebsinhabern und Storemanagern geführt und deren Unterschriften gesammelt. Die Listen sollen noch in dieser Woche an Oberbürgermeister Nino Haase übergeben werden.
Runder Tisch soll Überleben sichern
Mit den Unterschriften wollen die Betriebe ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen. Sie fordern, dass der Oberbürgermeister zu einem Runden Tisch einlädt. Dort möchten sie ihre Verbesserungsvorschläge vortragen, aber auch deutlich ansprechen, was ihnen nicht gefällt und „unverzüglich abgestellt werden sollte und nicht länger hinnehmbar ist“. Ziel sei es, das Überleben der Betriebe zu sichern und wieder optimistischer in die Zukunft blicken zu können.
Der Verein mahnt, die Stadt dürfe sich nicht unter Wert verkaufen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere schöne und weltoffene Landeshauptstadt, die über so viele, optimal zu vermarktende Vorteile verfügt, um die uns andere Städte beneiden, in kultureller, wissenschaftlicher, touristischer, wirtschaftlicher Hinsicht, […] sich weiterhin unter Wert verkauft.“